Plakatkampagnen

DocMorris vs. Apotheker: Battle an der Litfaßsäule

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München -

Aus allen Regionen Deutschlands machen sich Apotheker und Branchenvertreter auf den Weg nach München. Beim Deutschen Apothekertag (DAT) geht es um wichtige berufspolitische Weichenstellungen, bei der Expopharm steht die wirtschaftliche Seite im Vordergrund. Schon an den Bahnhöfen gibt es einen Vorgeschmack, was die Stunde geschlagen hat.

Wer etwa in Berlin in den Zug nach München steigt, dem fallen schnell die Plakate der ABDA auf. Gleich mehrere Motive der Kampagne #unverzichtbar aus dem Frühjahr wurden noch einmal ins Rennen geschickt. Eine junge Frau sendet die Botschaft: „Medikamente? Will ich Face-to-Face. In meiner Apotheke.“ Das Foto eines Babys trägt den Claim: „Wir brauchen nicht irgendwas, sondern genau das Richtige.“ Ein Mann auf dem Roller wird mit der Aussage abgebildet: „Warum warten, wenn ich es hier sofort bekomme.“

Parallel dazu läuft nur wenige Meter entfernt die aktuelle Kampagne von DocMorris: „Persönlich, individuell, vertrauensvoll. Eben typisch DocMorris“, heißt es da auf verschiedenen Motiven. Die Plakate werden allerdings nur auf geteilten Flächen gezeigt, also im Wechsel mit anderen Anzeigen. Nicht dabei ist das provokante Motiv mit dem Titel: „Wer ins Bett gehört, sollte nicht in die Apotheke müssen.“ Mit der Anzeige, die bislang offenbar nur in Hessen und Sachsen zu finden war, hatte DocMorris nicht nur den Ärger der Apotheker auf sich gezogen: Auch die Hersteller Hexal und Wick distanzierten sich von der Werbung, bei der die Versandapotheke ungefragt die Marken ACC akut und Wick Medinait abgebildet hatte. In Darmstadt hatten Apotheker das Motiv mit dem Hinweis auf die Vorteile der Vor-Ort-Apotheke versehen.

Freuen über dieses Battle dürfte sich vor allem der Werbekonzern Ströer, auf dessen Flächen beide Kampagnen ausgespielt werden. Eigentlich hatte Ströer selbst im Arzneimittelgeschäft mitspielen wollen, doch nach nur einem Jahr wurde die Versandapotheke Vitalsana an DocMorris verkauft.

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