Schmidt zu Lieferengpässen

„Es macht uns viel Arbeit. Und es macht keinen Spaß.“ APOTHEKE ADHOC, 18.10.2019 15:26 Uhr

Berlin - ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hat sich in der MRD-Sendung „Hauptsache gesund“ zum Thema Lieferengpässe von Arzneimitteln geäußert. Sein Fazit: „In den Apotheken ist es so schlimm, wie es seit 30 Jahren nicht mehr gewesen ist.“ Für die Patienten seien die Engpässe „zunehmend auch gefährlich“.

Nach einem ersten Bericht über das Thema seien beim MDR hunderte von Briefen eingegangen, heißt es in der Anmoderation. „Die Lage ist ernst: Bei hunderten Medikamenten fehlt in Deutschland der Nachschub“, so der Moderator. Schmidt stimmt zu. Er könne leider wenig Hoffnung machen, das Problem sei kein vorübergehendes Geschehen.

Schmidt zufolge handelt es sich um ein „Marktversagen“: „Das Problem liegt ja in der Produktion und in der globalen Verteilung“, so der ABDA-Präsident. Die Politik habe den Wettbewerb zwischen den Herstellern befeuert um Kosten zu sparen . „Aber das ist wie beim Schrauben: nach fest kommt ab“, so Schmidt.

Am Ende der Sendung wird ABDA-Präsident wird nach Lösungen gefragt. Er sieht zwei Ansatzpunkte. Die Politik müsse für mehr Transparenz sorgen bei den Engpässen, auch um eine effiziente Verteilung zu ermöglichen. „Das ist aber so ein Management, eine Mangelverwaltung wie in alten DDR-Zeiten. Was eigentlich passieren muss: In Europa müssen neue Bedingungen geschaffen werden, ökonomische und regulatorische, damit die Pharmaindustrie wieder in Europa produziert.“ Das könne zwar zehn Jahre dauern, aber irgendwann müsse man ja anfangen. Und in der Zwischenzeit? „Die Apotheken tun, was sie können. Wir sind den ganzen Tag damit beschäftigt. Es macht uns viel Arbeit. Und es macht keinen Spaß“, so Schmidt.

Auch als Patient müsse man sich daran gewöhnen, nur den Wirkstoff zu betrachten, rät Schmidt, weder Name, Verpackung, noch Größe oder Farbe des verordneten Arzneimittels, nur der Wirkstoff sei entscheidend. „Das ist nicht schön, für viel Patienten sehr sehr sehr schwer, aber es ist das Einzige, was in diesen Fällen hilft, wenn es denn überhaupt eine Alternative gibt.“ Das sei bei Valsaratan zum Beispiel nicht der Fall gewesen. Eine Umstellung könne in anderen Fällen auch zum finanziellen Problem werden. Beim Original Aprovel müssten die Patienten mehr als 100 Euro aufzahlen. „Unzumutbar“, findet Schmidt.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Deutschlandfunk zu Lage der Apotheken

Schmidt: Politik muss sich zu Apotheken bekennen»

Fliegen während der Covid19-Pandemie

Hygieneregeln: App soll kontaktloses Reisen ermöglichen»

Studie zeigt positive Ergebnisse

Interferon beta: Inhalativ gegen Covid-19?»
Markt

Produzent wird Großhändler

Demecan startet Cannabis-Onlineshop für Apotheken»

Modellprojekt gesucht

Via: Kassen ist Grippeimpfung durch Apotheker zu teuer»

Wiederverwendbar und antiviral

Fagron vertreibt antivirale Maske»
Politik

Lieferengpässe

BfArM-Beirat definiert Wirkstoffliste für EU-Produktion»

Abgeordnetenwatch

Politik-Noten: Eins für Hennrich – Sechs für Merkel»

Cabdo-Botendienst

Geschäftsidee geplatzt: Arzneimittel per Limo-Service»
Internationales

Kooperation

GlaxoSmithKline steigt bei Curevac ein»

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»

Österreich

Wirkstoffverordnung: Hersteller gegen Gesundheitsminister»
Pharmazie

Rückruf

Spiriva: Abweichende Gebrauchsinformation»

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Sanofi: Weitere Ermittlungen wegen Dépakine»

AMK-Meldung

Rückrufe bei Hexal und Tilray»
Panorama

Apothekervermittlung aus dem Ausland

„Auf Kante genäht“: Bosnisches Apothekerpaar rettet Filiale»

Brennerei statt Labor

Apotheker entwickelt Gin & Co.»

Kostenfreier Vorbereitungskurs

Völker-Schule unterstützt ausländische PTA»
Apothekenpraxis

„Meine Mitarbeiterinnen haben teils auch Angst“

Shitstorm wegen Attila Hildmann: Drohungen gegen Apotheke»

Neuer Partner für Pro AvO

Optica liefert eRezept-Technologie für Apora»

Faktencheck in Apothekenmagazin

MyLife räumt mit „Apotheken-Legenden“ auf»
PTA Live

SARS-CoV-2-Pandemie

Wann gilt das Beschäftigungsverbot für Schwangere in Apotheken?»

Fachkräftemangel

Notdienstvermittlung für PTA»

Zäh und Klar

Dexpanthenol besser in Konzentraten verarbeiten»
Erkältungs-Tipps

OP-Maske, FFP und KN95

Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?»

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»
Magen-Darm & Co.

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Ernährung, Sport und Vitamine

Schwanger zu werden, ist nicht nur Frauensache»

Bildergalerie

Schwangerschaftsmythen: Fakt oder Falsch?»

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Gefahren bei falscher Pflege

Wimpern und Augenbrauen: Schützende Sensibelchen»

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»