Dermatologie

Neurodermitis: Schub auch im Sommer dpa/APOTHEKE ADHOC, 20.07.2017 12:15 Uhr

Berlin - Für viele Neurodermitis-Patienten bedeutet der Sommer Entspannung: Die Haut muss nicht mehr mit trockener Luft in geheizten Wohnungen kämpfen. Der Juckreiz lässt nach. Bei einigen von ihnen aber könnte jetzt die Maschinerie in den Zellen erst so richtig anspringen.

Immer wieder juckt es Menschen mit Neurodermitis in den Fingern, sich an Hautrötungen und Ekzemen zu kratzen. Für manche von ihnen kommt es gerade jetzt im Sommer richtig dicke: Während der Pollenflugzeit und im Sonnenschein kann der Ausschlag extrem werden. „In den Hautzellen wird eine ganze Maschinerie angeworfen, das sogenannte Inflammasom“, erklärt Professor Dr. Claudia Traidl-Hoffmann.

Die Professorin leitet das Institut für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München und hat herausgefunden, dass einige Neurodermitis-Patienten besonders hart zu kämpfen haben, wenn Pollen und UV-B-Strahlung – die energiereicheren Sonnenstrahlen – zusammen auf den Körper treffen. „Die Haut ist wie ein Sieb“, sagt Traidl-Hoffmann. Pollen dringen dadurch ein und stoßen eine Art Dominoeffekt an.

Das Inflammasom, ein Eiweißkomplex, steckt in menschlichen Zellen und gehört zum angeborenen Immunsystem. Die Pollen schütten Substanzen aus, die an menschliche Zellrezeptoren binden. Das Inflammasom mancher Neurodermitiker löst eine Entzündungsreaktion aus, die durch UV-B-Strahlen noch verstärkt wird.

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