Großhandel

Alliance will Niederlassungen schließen Patrick Hollstein, 11.02.2019 10:32 Uhr

Berlin - Bei Alliance Healthcare Deutschland (AHD) stehen nach Informationen von APOTHEKE ADHOC massive Einschnitte an. Weil der Chef des US-Mutterkonzerns, Stefano Pessina, bis 2021 weltweit eine Milliarde Dollar pro Jahr im Großhandel einsparen will, sollen auch hierzulande drastische Maßnahmen ergriffen werden. So soll das Niederlassungsnetz effizienter und in der Folge mehrere Vertriebszentren geschlossen werden. Bevor er seinen Posten Ende März abgibt, unterzieht Vorstandschef Wolfgang Mähr die „alte Kiste Anzag“ einer Rosskur. Die Risiken des Spar- beziehungsweise Modernisierungsprogramms sind nicht zu unterschätzen.

Seit der Übernahme der Anzag durch Alliance Boots (heute Walgreens Boots Alliance, WBA) wurde immer wieder am Frankfurter Großhändler herumgedoktert, stets mit dem Ziel, zusätzliche Profite zu generieren und abzuführen: Servicecenter wurden geschlossen, die Zentrale verkauft, Abteilungen aufgelöst. In der Summe fielen so seit 2010 knapp 400 Vollzeitstellen weg, immerhin ein Fünftel der Belegschaft.

Was jetzt ansteht, ist im Vergleich dazu eine Operation am offenen Herzen. Schon Ende 2014 sollen in Frankfurt Schließungen von Niederlassungen beschlossen und Vorbereitungen dazu angestoßen worden sein. Jetzt sollen endgültig Nägel mit Köpfen gemacht werden. Seit Monaten analysieren Projektteams Kundenzahlen und Deckungsbeiträge, Touren und Verkehrsdaten. Externe Berater gibt es nicht, die rote Linie des Mutterkonzerns dürfte für Mähr und seine Vorstandskollegin Aline Seifert auch so klar sein. Mit 25 Vertriebszentren, darunter sechs Zentrallagern, die die kleineren Niederlassungen im Verbund beliefern, hat Alliance das dichteste Netz aller Großhändler in Deutschland. Zum Vergleich: Phoenix kommt bei etwa doppeltem Umsatz mit 20 Niederlassungen aus.

Am Freitag wurde das Management in der Zentrale in Frankfurt über das „AHD-Modernisierungsprogramm“, so der offizielle Titel, informiert. An die Mitarbeiter in den Niederlassungen geht heute eine Videobotschaft. Für morgen ist ein Treffen mit dem Betriebsrat anberaumt. Details wurden noch nicht vorgestellt, vielmehr wurde der grobe Rahmen skizziert. Doch schon in den kommenden Wochen sollen erste Maßnahmen umgesetzt werden.

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