Definierte Red Flags

Neue Leitlinie „Rückenschmerzen bei Kindern“

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Berlin -

Bisher konnten Ärzt:innen bei der Behandlung von Patient:innen mit Rückenschmerzen nur auf Leitlinien für Erwachsene zurückgreifen. Nun wurde erstmals eine S3-Leitlinie zur Behandlung von Kindern mit Rückenschmerzen veröffentlicht. Behandler:innen sollten vor allem auf sogenannte „Red Flags“ achten. Bei der Beratung der Eltern sollten Apotheker:innen und PTA ausdrücklich auf die Grenzen der Selbstmedikation und die jeweils geltenden Altersgrenzen der einzelnen Präparate hinweisen.

Immer öfter klagen auch Kinder über Rückenschmerzen. Nicht immer ist allein der schwere Schulrucksack oder ausschließlich das lange Sitzen der Auslöser für Schmerzen im Lenden- oder Brustwirbelbereich. Der Fokus der nun erschienenen neuen Leitlinie „Rückenschmerzen bei Kindern“ liegt vor allem auf allgemeinen Risikofaktoren und sogenannten „Red Flags“ – also diagnostischen Warnzeichen.

Zahlreiche Ursachen

Rückenschmerzen können auch bereits bei Kindern durch strukturelle Erkrankungen der Wirbelsäule auftreten. Häufig klagen Kinder auch aufgrund von Traumata wie Prellungen oder Zerrungen über Rückenschmerzen. Bei der Anamnese sollte nicht vergessen werden, dass auch Infektionserkrankungen, neurologische und chronisch-entzündliche Erkrankungen und auch Krebserkrankungen zu Rückenschmerzen führen können. Auf jeden Fall sollten Eltern ihre Kinder ernst nehmen und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen.

Zu den definierten Red Flags (Warnzeichen) für spezifische Rückenschmerzen gehören laut Leitlinie:

  • Alter: unter 10 Jahren
  • Traumata, Rückenschmerzen die im Zusammenhang mit sportlicher Aktivität stehen
  • Glucocorticoid-Therapie
  • Bestimmte Vor- und Begleiterkrankungen
  • Radialer Schmerz (Reizung einer Nervenwurzel)
  • Motorische oder sensible Störungen der Extremitäten
  • Blasen- oder Mastdarm-Sphinkter-Störungen
  • Fieber
  • Lokale Schwellungen, Lymphknotenvergrößerungen
  • Äußerlich erkennbare strukturelle Veränderungen der Wirbelsäule
  • Hypermobilität der Gelenke
  • Stauchungs- oder lokaler Druckschmerz
  • Kopf- Thorax-, Flanken, oder Bauchschmerz
  • Gelenkschmerzen und anhaltende Muskelschmerzen

Bei vorliegenden Warnzeichen sollten bildgebende Verfahren zur weiterführenden Diagnostik eingeleitet werden. Ob nun eine Röntgenuntersuchung oder eine Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) durchgeführt wird, hängt unter anderem von der Lokalisation des Schmerzes ab.

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