Corona-Impfung bei Hämophilie

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„Die Patient:innen kommen meist schon mit einem guten Vorwissen ins Gespräch“, berichtet Fürtges. Die meisten seien generell gut über ihre Erkrankung informiert. Häufig ist die Apothekerin selbst überrascht, wie gut die Betroffenen über ihre Erkrankung Bescheid wissen. Die Patient:innen hätten die umgestellte Versorgung über die Apotheken gut angenommen. „Auch die Zusammenarbeit mit den Versorgungszentren läuft gut. Wir tauschen uns regelmäßig mit den dort praktizierenden Ärztinnen und Ärzten aus. Erste Anlaufstelle ist immer der behandelnde Hämophilie-Arzt/die behandelnde Hämophilie-Ärztin und die Gerinnungszentren, so kommunizieren wir das auch im Patient:innen-Gespräch. Gute Informationen gibt es außerdem bei den Patient:innenvertretungen wie der IGH und der DHG.““

Die Versorgung über die Apotheke hat auch für einige Betroffene konkrete Vorteile. „Nicht selten ist die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen stark eingeschränkt. Durch wiederholte Einblutungen in die Gelenke sind die Patient:innen zum Teil nicht so mobil. Da ist es natürlich toll, wenn die Apotheke die große Menge an Medikamenten nach Hause liefert und die Packungen nicht selbst transportiert werden müssen.“ Alles in allem schaut Fürtges auf erfolgreiche Monate zurück. „Nicht nur die Patient:innen können von unserer Beratung profitieren – auch ich lerne häufig Neues von den Betroffenen.“

Eigentlich besteht keine Priorisierung, da auch kein erhöhtes Risiko für Ansteckung oder schweren Verlauf droht. Allerdings wird es gerinnungsmäßig problematisch, wenn es dann doch so schlimm ist, dass es ins Krankenhaus gehen soll. Es gibt keine generelle Empfehlung dazu, jedoch laufen die Impfungen jetzt für Hämophilie-Patient:innen (ohne Vorerkrankungen) auch vermehrt an, denn viele Ärzt:innen sehen die Hämophilie schon als Begründung für eine jeweilige Einzelfallpriorisierung. Es ist letztlich halt auch eine chronische Erkrankung, und die Patient:innen unterscheiden sich damit von gesunden Erwachsenen.

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