„Wir brauchen jede helfende Hand!“

Behelfs-Kita: Kinderbetreuung in der Apotheke Cynthia Möthrath, 18.03.2020 10:17 Uhr

Berlin - Seit vergangener Woche ist unter den Apothekenmitarbeitern das Thema Kinderbetreuung in den Fokus gerückt. Denn die bundesweiten Schulschließungen bringen Eltern in Bedrängnis. Um die Betreuung der Kinder ihrer Angestellten zu gewährleisten und gleichzeitig sicherzustellen, dass der Apothekenbetrieb weiterläuft, lassen sich einige Inhaber Übergangslösungen einfallen. Die Apotheker Simon und Julius Krivec bieten ihren Mitarbeitern seit Wochenbeginn eine betriebseigene „Behelfs-Kita“ an.

„Da die Apotheke sehr frauenlastig ist, gibt es selbstverständlich auch viele Kinder, die nun betreut werden müssen“, erklärt Simon Krivec. Zusammen mit seinem Bruder Julius leitet er fünf Apotheken im Umkreis von Moers. Seit Montag besteht für die rund 180 Mitarbeiter die Möglichkeit ihre Kinder von 7.30 Uhr bis 17 Uhr in den Apothekenräumlichkeiten unterzubringen – Mittagessen inklusive.

Am Freitagabend wurde kurzfristig beschlossen, eine eigene Einrichtung zur Verfügung zu stellen. Das Wochenende wurde genutzt, um durch einen Schreiner die Besprechungsräume der Apotheke zu einer Betreuungseinrichtung für die Kinder umzubauen: Statt Tischen und Stühlen finden sich nun Regale, Spielteppiche, eine Malecke, Spielzeug und Betten für den Mittagsschlaf der Kleinsten in den Räumen. Außerdem wurde ein Wickeltisch installiert. Die Betreuung der Kinder übernehmen drei Mitarbeiter der Apotheke.

Das Angebot wurde von den Mitarbeitern gut und dankend angenommen. Bereits am Montag wurde es daher von einigen genutzt. „Heute waren zehn Kinder in der Betreuung“, erklärt Julius Krivec. Sein Bruder ist sich jedoch sicher, dass das Angebot in Zukunft noch verstärkt genutzt wird: „Das wird noch mehr werden, viele haben im Moment noch eine Notlösung wie Eltern oder Schwiegereltern, die aufpassen.“ Dies sei aufgrund der aktuellen Risikolage eigentlich jedoch nicht optimal. „Je länger die Situation anhält, umso schwieriger wird die Betreuung werden“, meint Simon Krivec. Insgesamt können bis zu 25 Kinder in den Räumlichkeiten betreut werden. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, werden die Kinder jedoch nur in kleinen Gruppen zusammen betreut. Von zwei bis zwölf Jahren ist alles dabei: „Die älteren können wir zum Teil auch in der Apotheke oder bei der Zubereitung des Mittagessens beschäftigen“, erklärt Julius Krivec.

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