Zurückgehaltene Rezepte: Gesundheitsamt ermittelt gegen Uniklinik

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Gerüchte machen gar die Runde, dass die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) rechtlich gegen die Uniklinik vorgehe. Die AKNR will das auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren, sondern verweist auf das Gesundheitsamt der Stadt Bonn. Auch der VHA will sich auf Anfrage nicht zum Fall äußern. Die Uniklinik selbst weist Vorwürfe von sich: „Wir stehen als Universitätsklinikum natürlich in kontinuierlichem Austausch mit vielen Berufsvertretungen. Dies ergibt sich aus unseren Aufgaben in der Krankenversorgung“, erklärt ein Sprecher auf Anfrage. „Unsere angestellten Apotheker:innen sind Kammerangehörige. Eine Auseinandersetzung mit der AKNR haben wir nie geführt.“

Zufrieden mit der rechtlichen Neuregelung aus dem vergangenen Jahr ist das Krankenhaus aber offensichtlich auch nicht: Die mit dem GSAV in Bezug auf die Versorgung von Hämophilie-Patient:innen durch Hochschulambulanzen entstandenen offenen Rechtsfragen bedürften einer weiteren juristischen Klärung, heißt es. Dennoch halte man sich an die Regelung: „Ambulante Rezepte erhält der Patient zur Einlösung in der Apotheke seiner Wahl“, so die Uniklinik. „Wir sehen uns keinem Vorwurf ausgesetzt und unterliegen im Übrigen der Überwachung durch das Gesundheitsamt.“

Das wiederum bestätigt aber, dass es die Vorwürfe ernst nimmt: „In dieser Angelegenheit findet derzeit die Prüfung durch das Gesundheitsamt statt“, so ein Sprecher auf Anfrage. „Aufgrund des laufenden Verfahrens kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft gegeben werden.“ Apotheker aus der Region hoffen auf eine schnelle Klärung. „Es geht ja nicht darum, dass wir den Umsatz wollen, sondern dass wir die Patienten vor Ort versorgen wollen“, so einer von ihnen. „Der Patient soll ja frei wählen können, wo er hingeht. Es geht darum, dass wir dem Wunsche der Patienten nachkommen wollen, es aber es nicht können. Ohne Rezept können wir nicht beliefern.“

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