Zulassungsbehörden

OTC-Switch: BfArM will flexibler werden Julia Pradel, 24.09.2015 11:35 Uhr

Berlin - Bei der Gestaltung von Arzneimittelpackungen oder anstehenden OTC-Switches haben die Behörden in der Vergangenheit keinen Spaß verstanden. „Wir sind sehr paternalistisch und restriktiv gewesen“, räumte Professor Dr. Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), bei der Mitgliederversammlung des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller (BAH) ein. „Das möchte ich flexibler aufstellen.“

Das BfArM bewege sich bei der Selbstmedikation, betonte Broich – auch mit Blick auf verschiedene Gerichtsurteile, die die Behörde in der Vergangenheit kassiert hat. Es sei aber auch von Vorteil, dass er selbst Psychiater sei und Verständnis für das Empowerment von Patienten habe. Was OTC-Switches betreffe, sei man bereits im Gespräch mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG). „Da müssen wir eine Lösung finden – und das wollen wir auch vorantreiben“, so Broich.

Dr. Hubertus Cranz, Geschäftsführer des Verbandes der Europäischen Arzneimittelhersteller (AESGP), begrüßte die Einlassungen Broichs: „Wenn von einer Institutsleitung ein positives Klima geschaffen wird, lassen sich viele Dinge bewegen.“ Dr. Dieter Eckhardt, Mitglied der Teva-Geschäftsleitung, ist nicht ganz so optimistisch: „Wir sehen noch nicht die Möglichkeit, einem Switch regulatorisch hinzubekommen.“

Auch Broich räumte ein, dass noch niemand den „Stein der Weisen“ gefunden habe. Hilfreich sind aus seiner Sicht gute Anträge für den OTC-Switch: „Wenn die zu salopp geschrieben sind, dann machen Sie sich nur unnötig das Leben schwer“, so sein Rat an die BAH-Mitglieder.

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