Rezeptprüfung

Zehnjahresvertrag: SBK retaxiert mit GfS

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Berlin -

Die Retaxfirma GfS hat sich einen weiteren Großauftrag gesichert: In den kommenden zehn Jahren übernimmt die Rezeptprüffirma die Abrechnungskontrolle für die SBK (Siemens-Betriebskrankenkasse).

Die Kasse hatte die Abrechnungsprüfung nach § 300 Sozialgesetzbuch (SGB V) ausgeschrieben. Unter drei Anbietern setzte sich GfS schlussendlich durch. Der Zuschlag wurde nach der „Bestangebots-Quotienten-Methode“ erteilt: Neben dem Preis floss das Qualitätskonzept in die Bewertung ein.

Auch andere Krankenkassen hatte zuletzt langfristige Verträge ausgeschrieben, darunter die hkk Krankenkasse. Normalerweise laufen solche Dienstleistungen deutlich kürzer.

Der Vertrag der SBK kann aber nach einer gewissen Zeit einseitig gekündigt werden. Zuletzt hatte die Kasse ihre Rezepte durch Davaso (seit Kurzem unter dem Namen Iqvia auftretend) prüfen lassen.

Zum Auftrag gehören die Datenannahme und -verarbeitung der von den Leistungserbringern übermittelten Daten, die sachliche und rechnerische Prüfung der Abrechnungen sowie die ordnungsgemäße Bezahlung der geprüften Abrechnungen. Weiterer Bestandteil der Dienstleistung ist die revisionssichere Archivierung der Abrechnungsdaten sowie der physischen und digitalisierten Verordnungsblätter. Außerdem wünschte sich die Kasse Anwendungen etwa für die Einsichtnahmen in die Daten, Auswertungen und Berechnungen von Erstattungsbeträgen.

Laut Ausschreibung ist zusätzlich mit rund 20.000 Rezepten zu rechnen, bei denen die Versicherten in Vorleistung gegangen sind und die zur Kostenerstattung bearbeitet werden müssen. Auch einige optionale Leistungen können angeboten werden.

Bei der SBK gab es einige Voraussetzungen für die Interessenten: Diese müssen mindestens drei Referenzen vorweisen, eine davon muss eine gesetzliche Krankenkasse in Deutschland mit mindestens 500.000 Versicherten sein. In den vergangenen drei Jahren müssen im Bereich der Abrechnungsprüfung jeweils mindestens 800.000 Euro umgesetzt worden sein.

Nachgewiesen werden musste außerdem eine Haftpflichtversicherung in Höhe von mindestens 10 Millionen Euro, genauso wie ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) und ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS). Anforderungen an Cloud-Dienste müssen eingehalten werden. Die Kasse behält sich Kontrollen vor. Zum Vertrag gehörte auch die Verpflichtung zum Abschluss eines Partnervertrags mit der von verschiedenen Kassen gegründeten IT-Firma Bitmarck.

GfS hat ihren Hauptsitz in Unterschleißheim und das Prüfzentrum in Radebeul. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz in den vergangenen Jahren auf rund 12 Millionen Euro steigern; der operative Gewinne (bereinigtes Ebitda) lag zuletzt bei 2 Millionen Euro.

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