Apothekenstärkungsgesetz

TK will Einzelverträge mit Apotheken schließen APOTHEKE ADHOC, 09.05.2019 11:49 Uhr

Berlin - Die Techniker Krankenkasse (TK) hat als größte deutschen Krankenkasse eine eigene Stellungnahme zum von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegten Apothekenstärkungsgesetz vorgelegt. Darin unterstützt die TK das beabsichtige Rx-Boni-Verbot, lobt die Rolle der Apotheken bei Rabattverträgen und möchte mit Apotheken Einzelverträge schließen können. Die TK-Stellungnahme unterscheidet sich in wichtigen Punkten von der Position des GKV-Spitzenverbandes.

Eine gute und innovative Versorgung brauche leistungsfähige Apothekenstrukturen und faire wettbewerbliche Rahmenbedingungen, so die TK. Die Vor-Ort-Apotheken verbesserten durch ihre pharmazeutischen Dienstleistungen die Versorgungsqualität und sicherten die Arzneimittelversorgung für die Bevölkerung. „Sie stellen zusätzlich einen relevanten Erfolgsfaktor bei der Umsetzung von zentralen Wirtschaftlichkeitsmaßnahmen, wie zum Beispiel den Rabattverträgen oder den Festbeträgen dar“, schreibt die TK.

Die TK begrüßt in der Stellungnahme die Vorschläge des BMG, „da so die Preisgleichheit der Arzneimittel wiederhergestellt wird“. Zusätzlich werde die heilberufliche Rolle der Apothekerschaft als Leistungserbringer fixiert und innerhalb der gesetzlichen europäischen Rahmenbedingungen ermöglicht. „Um die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit der öffentlichen Apotheke zu erhalten, sind gleich lange Spieße zwischen den deutschen Apotheken und dem europäischen Versandhandel notwendig. Boni, die einseitig durch europäische Versandapotheken den Versicherten angeboten werden, verzerren diese Situation“, heißt es weiter. Um diese Verzerrung zu beheben und zusätzliche innovative Gesundheitsdienstleistungen in der Apotheke zu etablieren, sei es notwendig, die Arzneimittelpreis-Verordnung ins SGB V zu überführen und „die Rolle der Apotheke klarer zu definieren“. Was damit gemeint ist, lässt die TK offen. Die Kasse äußert sich auch nicht zu den aufgeworfenen rechtlichen Problemen bei der Umsetzung der zugesagten Gleichpreisigkeit durch die Verankerung im SGB V.

Der Gesetzgeber solle darüberhinaus zusätzlich Einzelverträge zwischen Krankenkassen und Apotheken erlauben, fordert die TK. Nur auf diese Weise könnten sinnvolle pharmazeutische Dienstleistungen, wie der TK-ArzneimittelCoach (AMC) mit dem die Einnahmetreue von Patienten durch eine pharmazeutische Betreuung verbessert werde, weitergeführt und ausgeweitet werden. Neben der Betreuung von Patienten könnten diese Einzelverträge auch die Mitarbeit der Apotheke an einem eMedikationsplan über den TK-Safe, der elektronischen Gesundheitsakte der TK, umfassen. „Hiermit würden die Apothekerin und der Apotheker in der Funktion des Heilberufes insgesamt gestärkt“, so die TK.

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