Generikapreise

Statin: 17 Cent – Kaffee: 5 Euro APOTHEKE ADHOC, 20.04.2018 13:13 Uhr

Berlin - Zahlen, Daten, Fakten: Pro Generika hat beim Frühjahrstreffen die Zahlen zum Generikamarkt 2017 vorgestellt. Anschließend standen beim Podiumstalk in Berlin Qualität, Verfügbarkeit und Fälschungsschutz zur Diskussion.

Generische Arzneimittel hatten im vergangenen Jahr einen Versorgungsanteil von 78 Prozent. Damit sichern sie den Großteil der Arzneimittelversorgung – aber verursachen nur etwa 9 Prozent der Ausgaben: zwei von insgesamt 22 Milliarden Euro. Kassen zahlten 2017 pro Tagestherapiedosis (DDD) im Durchschnitt nur 16 Cent auf Basis der Herstellerabgabepreise (ApU) – für patentgeschützte Arzneimittel mussten sie 4,82 Euro aufbringen. Nach Abzug aller Rabatte kostet ein Generikum sogar nur 6 Cent pro DDD. Während sich die Durchschnittspreise für Originalpräparate in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht haben, sind sie bei den Generika damit um fast zwei Drittel gesunken.

Infolge von Rabattverträgen und Generikaabschlägen steige der Preisdruck, Kassen erhielten etwa vier Milliarden Euro aus Rabattverträgen – 3,4 Milliarden Euro stammen aus Ausschreibungen für Generika. Für Borg Bretthauer, Geschäftsführer Pro Generika, ist diese Stellschraube überdreht und ein Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik notwendig. Die Versorgungssicherheit müsse gegenüber weiter sinkenden Preisen Vorrang haben.

Auch wenn kostensparende Instrumente vorgenommen würden, müsse der Fokus auf der Versorgungssicherheit liegen. Lieferengpässen müsse entgegengewirkt werden. Ein mögliches Instrument sei die Abschaffung der Exklusivverträge und die Versorgung durch Mehrpartnermodelle. „Rabattverträge, die nur mit einem einzigen Unternehmen geschlossen werden, haben sich im Falle von Lieferengpässen bereits zu oft als Brandbeschleuniger erwiesen“, so Pro Generika.

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