Resistente Keime

EU will Online-Handel mit Tierantibiotika verbieten

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Berlin -

Die EU hat einen weiteren Schritt für die Eingrenzung des Einsatzes von Antibiotika in der Tiermast getan: Der Internethandel mit Tierantibiotika soll verboten werden. Der Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments hat gestern Abend mit großer Mehrheit für eine Verschärfung des Tierarzneimittelrechts gestimmt. Damit soll die Zunahme antibiotikaresistenter Keime bekämpft werden.

Wie Dr. Peter Liese, umweltpolitischer Sprecher der EVP im Europäischen Parlament, mitteilte, sieht der Beschluss unter anderem vor, das bestimmte Antibiotika, die bei Menschen als letztes Mittel eigesetzt werden (Reserveantibiotika), in der Tiermedizin nicht mehr oder nur unter besonders strengen Bedingungen eingesetzt werden dürfen. Außerdem soll der Internethandel mit Antibiotika für Tiere komplett untersagt werden.

Darüber hinaus soll, wie dies in Deutschland schon 2013 eingeführt wurde, die Antibiotikabgabe in der Landwirtschaft EU-weit systematisch erfasst werden. Betriebe die beim Antibiotikaeinsatz über dem Durchschnitt vergleichbarer Betriebe liegen, müssen eine Reduktionsstrategie durchführen.

Der Beschluss soll bereits im April im Plenum verabschiedet werden. Eine Annahme gilt aufgrund des breiten Konsenses im Ausschuss als sicher. Allerdings wird es bis zur Umsetzung in nationales Recht noch einige Zeit dauern.

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