Veterinärmedizin

Bundestag zu Tier-Homöopathika

, Uhr
Berlin -

Der Bundestag befasste sich am Mittwoch erneut mit den homöopathischen Tierarzneimitteln. Die Abgeordneten beschlossen einstimmig, eine Petition an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie an das EU-Parlament weiterzuleiten.

Ziel der Petition ist es, die deutschen Vertreter in Brüssel dazu zu bringen, der von der EU geplanten Verordnung für Tierarzneimittel in der vorliegenden Form nicht zuzustimmen. Die Petenten sehen die Bandbreite natürlicher Therapiemittel für Tiere eingeschränkt, denn die geplanten Rechtsvorschriften stünden der Anwendung homöopathischer und naturheilkundlicher Arzneimittel entgegen.

Der Vorschlag der EU-Kommission solle zwar den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung einschränken, widerspreche jedoch dem eigentlichen Ziel. Denn angesichts der unnötigen Bürokratisierung werde die Anwendung alternativer Heilmethoden beschränkt.

Die Petenten sehen nicht nur steigende Kosten auf die Tierhalter zukommen, sondern auch erhebliche Nachteile für den Beruf des Tierheilpraktikers. Die Berufsgruppe solle auch künftig entsprechend der derzeitigen rechtlichen Möglichkeiten arbeiten können. Zudem sollten die Tierhalter auch weiterhin frei über die Therapiemöglichkeiten entscheiden können. Derzeit stehen beispielsweise Allopathie, Homöopathie, Phytotherapie und Antroposophie zur Auswahl. Laut Bundesregierung soll dies auch nach neuem EU-Arzneimittelrecht uneingeschränkt möglich sein.

Der Petitionsausschuss verweist in seiner Beschlussempfehlung auf eine Stellungnahme der Bundesregierung. Diese begrüße die therapeutische Vielfalt und Bandbreite natürlicher Therapiemittel. Dazu gehörten auch Homöopathika. Die deutsche Delegation wolle sich für die fachlich fundierte Anwendung der alternativen Heilmethoden in der Veterinärmedizin einsetzten und die Verfügbarkeit der Mittel sicherstellen.

Bereits im vergangenen Jahr stand der EU-Vorschlag in der Kritik. Eine Petition der Berufsverbände der Tierheilpraktiker mit 50.000 Unterstützern erreichte im Februar 2016 den Bundestag, der sich erneut mit dem Thema befassen musste. Die Initiatoren forderten, dass eine EU-Verordnung für Tierarzneimittel nicht umgesetzt wird. Mit dieser soll die Anwendung entsprechender Produkte zur Pflege, Fütterung und Prophylaxe durch Tierhalter und Tierheilpraktiker eingeschränkt werden.

Nach dem EU-Vorschlag sollen Tiere nur noch Medikamente erhalten dürfen, die ausdrücklich als Tierarzneimittel zugelassen oder registriert sind. Auch Bio-Landwirte wären besonders hart betroffen, da die neue Verordnung im krassen Widerspruch zur geltenden Bio-Verordnung stehe, wonach die Behandlung mit alternativmedizinischen Präparaten Vorrang haben muss vor einer Behandlung mit chemisch-synthetischen Arzneimitteln.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Ohne Praxisbesuch ärztliches Attest möglich
Krankschreibungen: ab sofort per Telefon möglich »
Mehr aus Ressort
Apotheke bei Ebay Kleinanzeigen
Inhaber (73): Verkauf oder noch zehn Jahre »
Verdacht auf illegalen Arzneimittelhandel
Tramadol und Pregabalin: 7000 Stück im Auto entdeckt »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Namensänderung bei Janssen-Impfstoff
Jcovden: Apotheken können aufklären»
Antikörper dockt an Spikeprotein an
Corona: Universalwaffe gefunden?»
Falsche Werbung und obskure Siegel
Die kleinen Sünden der Krankenkassen»
Empfehlungen für alle Altergruppen
Lauterbach will klare Impfbotschaft»
Schärfere Maßnahmen geplant
Affenpocken: USA rufen Notstand aus»
Per Aufkleber Daten über den Körper
Ultraschallpflaster: Blick ins Innere»
Eine seltene Genmutation erweist sich als Glücksfall.
Weiterer Patient von HIV geheilt»
Antibakterielle Wirkstoffe beeinflussen Antikörper
Antibiotika: Immunantwort bei Babys geschwächt»
Möglicher Zusammenhang zwischen Endometriose und Schlaganfall
Endometriose: Kardiovaskuläres Risiko»
Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit
Long Covid: Kinder leiden nach Infektion»
Startschuss für die Influenzasaison 2022/23
Seqirus beginnt mit Auslieferung der Grippeimpfstoffe»
Jahresbericht der Wettbewerbszentrale
Apotheken-Verstöße als „Thema des Jahres“»
Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
Magen-Darm im Urlaub: Nein Danke!»
A-Ausgabe August
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»