Westfalen-Lippe

Overwiening: Zweite Rezepturmesse ein voller Erfolg

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Berlin -

Kapseln, Cannabis und Coaching: Rund 400 Apotheker/innen und PTA aus ganz Westfalen-Lippe kamen am Sonntag in die Stadthalle Münster-Hiltrup zur Rezepturmesse, um sich zum Thema „Individual-Rezeptur“ auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Es war die zweite Auflage dieser Veranstaltung.

„Ganz gleich ob Kapseln für Kleinkinder oder eine vom Hautarzt verordnete Salbe: Es gilt, die Qualität der in den Apotheken hergestellten Rezepturarzneimittel zu sichern und zu verbessern“, erklärte Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening in ihrer Begrüßung und zog abschließend ein durchweg positives Fazit: „Die Messe war wieder ein voller Erfolg.“

Die Messe ist Teil des Programms „RezepturFit“ der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, das der AKWL-Ausschuss für Qualitätssicherung aus der Taufe gehoben hat. Der Ausschuss-Vorsitzende Professor Dr. Klaus Langer stellte die Rolle der Individualrezeptur heraus: „Die Rezeptur ist gerade angesichts der Diskussionen um den Arzneimittel-Versandhandel ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für die Apotheke vor Ort.“ Allein in Westfalen-Lippe würden jedes Jahr „im Durchschnitt 750 Rezepturen pro Apotheke hergestellt".

Nach einer Deutschland-Premiere in 2016 ging die Messe jetzt in die zweite Auflage. Neben einer Fachausstellung rund um das Thema Rezeptur und begleitenden praxisnahen Kurzseminaren wartete die Messe mit drei hochkarätigen Referenten auf: Professorin Dr. Mona Abdel-Tawab ist stellvertretende wissenschaftliche Leiterin des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker (ZL) und sprach über die Qualität von halbfesten Zubereitungen und Kapseln. Die Pharmazeutin zeigte, wie sich Fehler vermeiden lassen und wo sich typische Fallstricke befinden.

Dr. Stefanie Melhorn diskutierte in ihrem Vortrag den sinnvollen Einsatz von Rezepturarzneimitteln. Die Mitarbeiterin des Pharmazeutischen Laboratoriums des NRF beim DAC/NRF in der Avoxa stellte die Bedeutung der Kommunikation zwischen Ärzten und Apothekern bei der Verordnung und Herstellung von Rezepturarzneimitteln heraus und zeigte wichtige Punkte für die Patientenversorgung auf.

Mit dem Thema „Cannabis in der Apotheke 2018“ befasste sich Dr. Christian Ude (Fachapotheker für Arzneimittelinformation). In seinem Vortrag ging Ude darauf ein, dass die Herstellung von patientenindividuellen Cannabis-Zubereitungen in der Apotheke möglich ist, wenn einige Grundlagen geschaffen und Grundprinzipien im Umgang verstanden werden.

Alle drei Fachvorträge finden sich in komprimierter Form auch im aktuellen Fortbildungsjournal der Apothekerkammer wieder, das zudem mit drei Online-Lernerfolgskontrollen verknüpft ist. „Unter dem Stichwort „RezepturFit“ bringen wir unseren Mitgliedern Angebote und Services nahe, die allesamt dem Ziel der guten Rezepturqualität verpflichtet sind“, so Kammerpräsidentin Overwiening. Teil von „RezepturFit“ sind unter anderem mehr als 20 dezentral angebotene Rezeptur-Workshops, die Bündelung von Arbeitshilfen für die Apothekenpraxis, aber auch Testkäufe in den Apotheken. Zum Angebot der Rezepturmesse gehörten auch sogenannte Rezeptur-Coaches, bei denen sich die Teilnehmer beraten lassen und Termine für ein Coaching in der Apotheke vereinbaren konnten.

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