Medikationsplan: Apotheker gehen weiter leer aus

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Berlin - Kürzlich wandte sich die FDP-Fraktion mit einer Kleinen Anfrage zum Medikationsplan an die Bundesregierung. Die Bundesregierung gibt nun die Antworten bekannt: Hauptaussage dürfte sein, dass eine Vergütung für Apotheker weiterhin ausbleibt.

Ist das Honorar für die Leistungserbringer angemessen? Dies war eine der zwölf Fragen, die Abgeordnete der FDP-Fraktion von der Bundesregierung wissen wollten. Bei den Ärzten erfolgt die Vergütung für die Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans in Form einer Einzel- und Pauschalleistung, wie die Bundesregierung mitteilt. Zudem würden die Zuschläge zu den Chroniker- beziehungsweise Grundpauschalen leistungsunabhängig einmal im Behandlungsfall gezahlt werden.

Anders sieht es bei den Apothekern aus: Auf Wunsch des Versicherten hat die Apotheke bei der Abgabe eines Arzneimittels eine erforderliche Aktualisierung des Medikationsplans vorzunehmen. „Hierfür wird keine gesonderte Vergütung bezahlt“, heißt in der Antwort zur Kleinen Anfrage. Denn unabhängig davon bestehe bereits nach § 20 der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) eine Verpflichtung, Ärzte und Patienten hinreichend über Arzneimittel zu informieren und zu beraten. „Bei der Information und Beratung über Arzneimittel müssen insbesondere Aspekte der Arzneimittelsicherheit berücksichtigt werden“, schreibt die Bundesregierung weiterhin.

Da die Aktualisierung des Medikationsplans mit der Beratungstätigkeit abgegolten ist und nicht gesondert vergütet wird, „gibt es keine Datengrundlage, die zur Beurteilung der Aktualisierungsmengen herangezogen werden kann.“ Denn zuvor hatten die Abgeordneten angefragt, für wie viele Versicherte der Plan in den Jahren 2016 und 2017 auf den neuesten Stand gebracht wurde. Zumindest liegen Zahlen zu den Versicherten vor, für die Medikationspläne erstellt worden sind: „Im vierten Quartal 2016 waren dies etwa 65.000 Patienten und im ersten Halbjahr 2017 etwa 74.500 Patienten“, teil die Bundesregierung mit. Für die Quartale 3 und 4 aus 2017 würden nach Angaben der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) noch keine Abrechnungsdaten vorliegen.

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