Merkel zum Impfgipfel

Spahn entlassen? „Nein.“

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Impfgipfel: Angela Merkel nach dem Treffen mit den Länderchefs
Berlin -

Wie soll der Impfstart in den Praxen aussehen? Welche Antworten erfordern die steigenen Infektionszahlen? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt ihre Einschätzung nach dem Impfgipfel mit den Ministerpräsidenten. Im Prinzip bleibt alles so, wie von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) beschlossen wurde. Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, den Forderungen nach einer Entlassung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nachzukommen, sagte sie nur: „Nein.“

Sie selbst würde sich auch mit AstraZeneca impfen lassen, allerdings wolle sie warten, bis sie an der Reihe sei. Denn noch seien nicht alle Betroffenen aus der Risikogruppe 1 durchgeimpft worden. „Daher stellt sich diese Frage nicht.“ Ein großer Schaden für das Image der Vakzine ist durch die Impfpause ihrer Meinung nach nicht entstanden: Alle Impfstoffe hätten nur eine bedingte Zulassung, daher werde sehr genau überwacht, welche Nebenwirkungen auftreten. „Es war richtig, dass wir absolute Transparenz haben walten lassen, dass wir das unterbrochen haben und die Stellungnahme der EMA abgewartet. Daher weiß jeder, dass wir nichts hinter dem Berg halten. Daraus entsteht Vertrauen, so wollen wir auch weiter vorgehen.“

Ab April sollen die Arztpraxen sukzessive in die Corona-Impfungen eingebunden werden. Laut Merkel soll es in der Woche nach Ostern losgehen. 2,25 Millionen Dosen sollen vorerst weiterhin pro Woche für die Impfzentren reserviert sein, so haben es die Gesundheitsminister von Bund und Ländern vor zwei Wochen beschlossen. Da im April aber kaum mehr Impfstoff zur Verfügung steht, wird es knapp. Dass überhaupt ab dem 5. April begonnen werden könnte, ist vor allem einer zusätzlichen Lieferung von Biontech/Pfizer zu verdanken. Von den 4 Millionen Dosen entfallen 580.000 auf Deutschland.

Damit in KW 14 überhaupt in den Praxen mit dem Impfen begonnen werden kann, sollen 270.000 Dosen aus dem zusätzlichen Kontingent eingespeist werden, sodass die Gesamtzahl für den niedergelassenen Bereich auf etwas mehr als 1 Million steigt. Hintergrund ist, dass so den 50.000 Hausarztpraxen jeweils 20 Dosen zur Verfügung gestellt werden können, damit diese wenigstens eine Impfsprechstunde organisieren können. Sie sollen dann ihre besonders gefährdeten Patienten anschreiben und zur Impfung einladen. Grundsätzlich gilt auch hier die Priorisierung, allerdings können die Ärzt:innen sie flexibel handhaben. Dieser Passus ist neu – hier habe noch einmal die Ärzt:innen ermutigen wollen, auf den jeweiligen Patienten eingehen zu können.

Entscheiden sich die Länder, erst später zu beginnen, können sie den Impfstoff auf die Impfzentren verteilen. Dies müssen sie bis Montag anmelden, dann werden die Apotheken nicht über den Großhandel beliefert.

Die übrigen Dosen sollen gezielt zur Vermeidung des Eintrags von Virusmutanten eingesetzt werden. So sollen das Saarland und Rheinland-Pfalz mit 80.000 beziehungsweise 20.000 zusätzlichen Dosen die Südafrika-Variante bekämpfen, die derzeit im französischen Département Moselle kursiert und durch Berufspendler nach Deutschland gebracht werden könnte. Bayern, Sachsen (je 100.000 Dosen) und Thüringen (30.000) wiederum sollen wegen der hohen Inzidenz im angrenzenden Tschechien zusätzlichen Impfstoff erhalten.

In den beiden darauffolgenden Wochen stehen für die Praxen ebenfalls nur rund eine Million Dosen zur Verfügung. Erst ab KW 17 könnten es 3,2 Millionen Dosen sein. Ab Anfang Mai könnte also tatsächlich erstmals in nennenswertem Umfang durch die niedergelassenen Ärzt:innen geimpft werden.

Am Montag treffen sich erneut die Ministerpräsidenten bei Merkel. Sie bezeichnete die Situation als „sehr schwierig“. Es sei gut, dass man eine Notbremse vereinbart habe – davon werde man angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen leider auch Gebrauch machen müssen.

 

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