Keine Debatten über Erleichterungen

Kanzleramtschef: Kontaktsperre mindestens bis 20. April dpa, 28.03.2020 08:58 Uhr

Berlin - Kanzleramtschef Helge Braun hat klargestellt, dass es vor dem 20. April keine Lockerungen der bestehenden Einschränkungen geben werde. „Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen“, sagte der CDU-Politiker dem Tagesspiegel. „Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen.“ Derweil will US-Präsident Donald Trump in der kommenden Woche über Lockerungen reden – und hält sich schon jetzt selbst nicht an die Vorgaben.

Ältere Menschen müssten noch deutlich länger als Jüngere mit Kontakteinschränkungen rechnen, so Braun. „Eines ist allen Modellen gemein, egal, wie wir uns entscheiden: dass die älteren und vorerkrankten Menschen in unserer Gesellschaft wirksam vor einer Infektion geschützt werden müssen, bis es einen Impfstoff gibt.“

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält es für zu früh, um über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. Das hatte sie am Donnerstag klargemacht. Wie Merkel sieht auch Braun als Messlatte für eine Trendwende und als Entscheidungsgrundlage für eine Lockerung der Einschränkungen die Entwicklung der Infektionsgeschwindigkeit. „Wenn wir es schaffen, die Infektionsgeschwindigkeit so zu verlangsamen, dass wir zehn, zwölf oder noch mehr Tage haben bis zu einer Verdopplung, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Zuletzt verdoppelten sich die Fallzahlen in etwa alle drei Tage. „Unmittelbar nach Ostern werden wir sagen können, wie es generell nach dem 20. April weitergeht.“

Er habe den Eindruck, dass sich die Bevölkerung vorbildlich an die Regeln halte. „Und deshalb bin ich überzeugt, dass wir in einigen Tagen ihren Erfolg sehen werden“, betonte Braun. Er will sich nach eigenen Angaben an einem wie in Südkorea praktizierten Mix aus Maßnahmen orientieren. „Die haben zum einen genau solche Kontaktbeschränkungen gemacht, wie wir das jetzt in Deutschland praktizieren. Sie haben darüber hinaus ein digitales Tracking verwendet, über das man quasi vollautomatisiert erfährt, falls man Kontakt zu Infizierten hatte.“ Daneben habe das Land einen sehr breiten Ansatz beim Testen.

Mit Blick auf das bessere Ausfindigmachen von Kontaktpersonen, zum Beispiel über eine spezielle Daten-App, betonte Braun, dass es sich mit dem Datenschutz vereinbaren lassen müsse. „Bei uns sähe sowas sicherlich ganz anders aus, als die Kontaktnachverfolgungs-App in China.“

  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Passive Immunisierung

Plasmatherapie: „Mangel an vertrauenswürdiger Evidenz“»

Drei Präparate in Planung

Merck & Co: Entwicklung von Corona-Therapien gehen voran»

Auslieferung begonnen

Siemens bringt Antikörpertest»
Markt

Ophthalmika

Novartis: Wirkstoffproduktion in Tirol»

Masken für den Außendienst

Bayer kooperiert mit Bonner Werkstätten»

Vorerst kein Comeback für Mucosolvan Phyto Complete

Zu viel geschwärzt: Gericht bestätigt Vertriebsverbot»
Politik

Bezahlte Pharmazeutische Dienstleistung

BPhD: Apotheken sollen Partydrogen testen»

Saarland

Rassistische Mundart-Schimpfwörter als Apotheken-Dekoration»

Registrierkassengesetz

BMF: Ausnahmen von Manipulationsschutz-Frist  »
Internationales

Studien gestoppt

WHO: Aus für Hydroxychloroquin und Chloroquin»

Schweiz

Brandstifter zerstört Apotheke»

Corona-Vakzine

USA bestellen Impfstoff bei AstraZeneca»
Pharmazie

Erfolgreich in Phase-III

Lucentis bekommt Biosimilar-Konkurrenz»

AMK-Meldung

Anticholium: Nicht mehr intramuskulär»

Bestrahlung ohne Effekt

Krebsstammzellen: Woher kommt die Resistenz?»
Panorama

Onkologie

Krebs in jungen Jahren: Frauen häufiger betroffen»

Betrieb in Kliniken normalisiert sich

Covid-Stationen wenig besetzt»

Ausgefallene Schutzimpfungen

Wegen Corona: 80 Millionen Kleinkinder ungeimpft»
Apothekenpraxis

Rezeptsammlung in Arztpraxen

Wie sich zwei Apotheker gegenseitig das Handwerk legten»

„Die Wahrheit über die Homöopathie“

Homöopathen feiern RBB-Doku»

Standort U-Bahn-Station

Apotheker trotzt Krise mit Fahrradkurier»
PTA Live

Bedenkliche Ausgangsstoffe Teil 3

Obsolete Rezeptursubstanzen: Chloramphenicol, Steinkohlenteer und Bufexamac»

Masernschutzgesetz

Impfpflicht für Apothekenteams?»

Nachhaltigkeit

Zuckerrohrverpackung und Kaffeesatz-Peeling»
Erkältungs-Tipps

Wenn der Schädel brummt

Ursachen von Kopfschmerz»

Für Ärzte und medizinisches Personal

Leitlinien: Empfehlungen zur Therapie»

Viren und Bakterien

Wann ist eine Antibiose sinnvoll?»
Magen-Darm & Co.

Besondere Ernährungsformen

Low-carb und Keto: Verzicht auf Kohlenhydrate»

Gut gekaut ist halb verdaut

Mundhöhle: Startschuss für die Verdauung»

Komplikationen im Magen-Darm-Trakt

Blinddarmentzündung: Schmerzendes Anhängsel»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Gebären während der Pandemie

Covid-19 und Geburt: Kein erhöhtes Infektionsrisiko»

Schwangerschaft und Covid-19

Kein erhöhtes Risiko für Ungeborene»

Wenn die Haut sich hormonell verändert

Schwangerschaftsexanthem – besondere Hautveränderung»
Medizinisches Cannabis

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»

Die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze

THC und CBD: Wo liegen die Unterschiede?»

Teil 1: Rezeptangaben und Sonderfälle

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Mimikfalten, Krähenfüße & Co.

Hautalterung: Wenn Kollagen und Elastin schwinden»

Vorbereitung und Anwendungstipps

Selbstbräuner: Bräune aus der Tube»

Gut für die Umwelt

Nachhaltige Kosmetik»