Apothekeninsolvenz

„Der Kassenabschlag hat mich ruiniert“ Lothar Klein, 12.07.2017 10:03 Uhr

Berlin - Kurz vor der Jahrtausendwende gründete Klaus Rabe die Raben-Apotheke im Kieler Vorort Kronshagen. Bereits seit 1983 gehörte ihm die Adler-Apotheke in einer Nebenstraße, die er wegen der Größe und Lage nun aufgab. Später kamen im Kieler Raum drei Filialen hinzu, doch vor drei Jahren ging er mit seinem Verbund in die Insolvenz. Nur seine Hauptapotheke durfte er behalten, doch auch damit ist Ende September Schluss: Nach 30 Jahren des Auf und Ab verabschiedet sich der ehemalige Vize des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein in den Ruhestand.

Rabe sieht zwei wesentliche Gründe für seine wirtschaftlichen Probleme: den zunehmenden Mangel an geeignetem Personal und den von FDP-Gesundheitsminister Philipp Rösler verordneten Anstieg des Kassenabschlags auf 2,05 Euro. „Das war der Killer, des hat das Fass zum Überlaufen gebracht.“

Dabei hatte zunächst alles gut angefangen. Vor 13 Jahren übernahm Rabe neben seiner 1999 gegründeten Hauptapotheke nach und nach drei kleine Filialen im Kieler Umland – jeweils mit Umsätzen unter einer Million Euro. „Das hat zehn Jahre lang funktioniert“, so Rabe. Dann aber wurden die wirtschaftlichen Bedingungen vor allem mit dem Anstieg des Apothekenabschlags zunehmend problematisch.

Hinzu kamen immer wieder Personalprobleme: Im Kieler Stadtteil Gaarden mit hohem Ausländeranteil verließ ihn die türkische Filialleitung nach vier Wochen. Ihre Nachfolgerin bekam den Betrieb nicht in den Griff: „Der Umsatz sank innerhalb eines Jahres um die Hälfte“, so Rabe. Auch in den anderen Filialen machten dem Apotheker immer wieder Personalprobleme zu schaffen. „Mit zweieinhalb Apothekern kann man keine vier Apotheken betreiben.“ Solange seine Tochter – ebenfalls Apothekerin – noch im Betrieb mithalf, kam er über die Runden. Dann zog sie aus persönlichen Gründen nach Köln.

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