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Initiative 50 Plus: ABDA sagt ab, DocMorris springt auf

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Berlin -

34 Millionen Deutsche sind älter als 50 Jahre. Und deren Anteil steigt in den kommenden Jahren weiter an. Das ist eine interessante Kundengruppe für Apotheken. Um die Interessen der Generation 50+ kümmert sich seit 2011 der Bundesverband Initiative 50 Plus. 100.000 Mitglieder zählt die Organisation, zu deren Sponsoren unter anderem DocMorris gehört – aber die ABDA nicht. Bei der Standesvertretung der Apotheker ist Uwe-Matthias Müller, Geschäftsführender Vorstand der Initiative, abgeblitzt.

„Wir waren nicht interessant genug für die ABDA“, so Müller. Auch bei den Großhändlern Gehe und Phoenix habe man wegen Sponsorings angefragt. Auch dort hatte er nach eigenen Angaben keinen Erfolg. Neben DocMorris gehören BMW, Microsoft, die Vermögensverwaltung Schroders und die Personalmanagementfirma Fidelis zu den Unterstützern des Bundesverbandes.

Daneben weist die Initiative zahlreiche Partner auf, darunter die Bundesnotarkammer, die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, den Bundesverband geriatrische Schwerpunktpraxen, das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA), den Deutschen Pflegerat, den Deutschen Städte- und Gemeindebund und die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Zusammen gibt es 67 Partner – auch hier ist die ABDA nicht vertreten.

Zahlreiche Prominente unterstützen den Verband als „Botschafter“, darunter die Schauspielerinnen Uschi Glas und Marion Kracht, TV-Moderatorin Birgitt Schrowange, der ehemalige Bremer SPD-Bürgermeister Henning Scherf und Sportjournalist Jörg Wontorra.

Nach eigenen Angaben ist der Bundesverband eine unabhängige Initiative. Viele Menschen ab 50 seien geistig und körperlich fit und materiell gut abgesichert. Aber nicht allen gehe es gut. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, neben dem Staat Hilfen zur Selbsthilfe anzubieten“, heißt es dort. Der Bundesverband Initiative 50 Plus mache in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft auf die Bedürfnisse und die vielfältigen Potentiale der Generation 50+ aufmerksam. Der Bundestag habe den Bundesverband ebenfalls als Interessenverband registriert.

Vor wenigen Tagen veranstaltete der Verband im Microsoft-Atrium in Berlin die Demografie-Debatte Deutschland. 150 geladene Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Politik diskutierten mit Experten Fragen der Kosten der Demografie sowie die Potenziale der Digitalisierung in einer alternden Gesellschaft.

Zuvor hatte der Verband eine repräsentative Insa-Studie zur Bedeutung der 24-Stunden-Betreuung in der häuslichen Pflege vorgestellt und an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn überreicht. Angehörige und Pflegebedürftige wünschten sich regionale Ansprechpartner in der Vermittlung und Betreuung von Betreuungskräften für den Verbleib zu Hause. Für mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent kumuliert) ist zudem eine regional zugängliche und persönliche Beratung und Kundenbetreuung vor Ort in Bezug auf eine 24-Stunden-Betreuung sehr oder eher wichtig.

Für 59 Prozent ist das traute Heim die erste Wahl beim Älterwerden. 61 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer geben dies gegenüber der stationären Pflege im Heim an. In der Gruppe der selbst Pflegebedürftigen bevorzugen hingegen 55 Prozent eine 24-Stunden-Betreuung bzw. würden sie bevorzugen. 65 Prozent der Befragten mit pflegebedürftigen Angehörigen vertraut auf die 24-Stunden-Betreuung zu Hause.

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