Fortbildungspflicht: Kammer droht mit Berufsrecht

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Berlin - Apotheker müssen sich fortbilden – so steht es in der Berufsordnung. Es gibt eifrige Apotheker, die ihr gesamtes Berufsleben Punkte und Zertifikate sammeln, und andere, deren Wissen hauptsächlich aus dem Studium stammt. Die Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern macht die Fortbildung jetzt zur Pflicht und führt eine „Fortbildungspolizei“ ein: Apotheker, die keine 16 Punkte pro Jahr sammeln, müssen mit berufsrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Auf zwei Kammerversammlungen haben die Apotheker aus dem Nordosten kontrovers über die Pflicht zur Fortbildung diskutiert. Jetzt hat die Kammer einen entsprechenden Beschluss gefasst: „Unser Wissen ist unsere Waffe“, schreibt Vorstandsmitglied Petra Verhoeven jetzt in einem aktuellen Rundschreiben an alle Kollegen. Die Einführung der Fortbildungspflicht sei kein „Schnellschuss“ gewesen, „sondern ein langfristig gewachsener Beschluss“. Sie sei sich sicher, dass alle Kollegen diesen mittragen werden.

Bisher habe die Fortbildung nicht nachgewiesen werden müssen. „Nichtfortbildung blieb ohne Sanktionen“, so Verhoeven. Damit ist in Mecklenburg-Vorpommern jetzt Schluss. „Wir wollen uns einfach anderen Heilberuflern angleichen und sicherstellen, dass alle Apotheker eine Mindestanforderung an Pflichtfortbildung erfüllen“, begründet Verhoeven. „Eine zertifizierte Fortbildung bietet einen fundierten Wissensaufbau“. Verhoeven: „Und, liebe Kollegen, 16 Fortbildungspunkte im Jahr ­ das sind 1,33 Punkte im Monat!!“

Verhoeven stellt sich persönlich hinter dem Beschluss, denn als Standesvertretung werde die Kammer von ihren Mitglieder aufgefordert, „Politiker von der Unverzichtbarkeit der Apotheker, von der hohen Qualität unserer Tätigkeit zu überzeugen und unser Alleinstellungsmerkmal in der Arzneimittelversorgung zu manifestieren“. Verhoeven: „Dazu möchten wir eine gut ausgebildete Apothekerschaft hinter uns wissen, die mit Leidenschaft und Sorgfalt ihren beruf ausübt. Packen wir es an.“

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