CDU-Parteivorsitz

Dauer-Spahn mit gutem Bauchgefühl Lothar Klein/dpa, 15.11.2018 11:26 Uhr

Berlin - Mit der ersten Regionalkonferenz startet jetzt der CDU-interne Wahlkampf um die Nachfolge von Angela Merkel im Parteivorsitz. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht seine Kandidatur zuversichtlich. „Mein Bauchgefühl ist gut. Ich gehe da gut motiviert, gelassen und gut gelaunt rein“, sagte er im ARD-Morgenmagazin. Das erste Vorstellungsrunde der Kandidaten findet am Abend in Lübeck statt. Schärfste Konkurrenten von Spahn sind Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz.

„Wofür ich stehe, ist ein Neustart, ist ein Generationenwechsel“, sagte der 38-jährige Spahn. „Ich möchte die Partei gern führen, auch in die 20er-, 30er-Jahre. Als Mitmachpartei, als Partei, die breiter diskutiert, aber vor allem eben auch die Zukunftsfragen im Blick hat.“ Damit erhebt Spahn Anspruch auf eine langjährige Amtszeit als CDU-Vorsitzender. Helmut Kohl führte die CDU 25 Jahre. Nach 18 Jahren endet für Angela Merkel die zweilängste Periode am 7. Dezember. Konrad Adenauer stand 16 Jahre lang an der Spitze der Partei. Die kürzeste Amtszeit absolvierte Ludwig Erhard mit etwas über einem Jahr von März 1966 bis Mai 1967.

Seit Wochenbeginn läuft Spahns Wahlkampf auf Hochtouren. Zeitgleich zur Digital-Klausur des Bundeskabinetts platzierte Spahn in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) seinen längst bekannten Plan zur Einführung des eRezept. Im Handelsblatt kündigte Spahn sinkende Preise für Biotech-Arzneimittel an. Außerdem hat Spahn auf seinen Sozial-Media-Kanälen zwei weitere Bewerber-Video der gleichen Machart eingestellt. Darin betonte er die Notwendigkeit eines Generationswechsel ebenso wie offener und kontroverser Diskussionen.

Zuvor hatte Spahn bereits mit seinem Vorschlag, Kinderlose höhere Sozialversicherungsbeiträge zahlen zu lassen für Diskussionen gesorgt. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) lehnte diese Idee allerdings ab: „Schon im bestehenden Kranken- und Pflegeversicherungssystem sind Kinderlose solidarisch mit Familien, die Kinder haben. Wenn, dann muss mehr Umverteilung über die Steuerabgaben funktionieren.“

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