Blutegel = Vorstufe eines Arzneimittels

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Leipzig -

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass zu Therapiezwecken aus dem Ausland importierte Blutegel noch keine Arzneimittel sind. Ein Medizinimport-Unternehmen hatte sich mit dem Freistaat Bayern über die Arzneimitteleigenschaft der Blutegel gestritten.

Die Firma führt die Tiere unter anderem aus der Türkei ein. Der Freistaat war der Auffassung, dass die Blutegel als Arzneimittel einzustufen seien und für die Einfuhr deswegen eine Erlaubnis gemäß Arzneimittelgesetz nötig sei.

Das Gericht in Leipzig entschied gestern, dass die Blutegel lediglich eine Vorstufe eines Arzneimittels seien. Um sie für Therapien einsetzen zu können, sei noch ein mehrmonatiger Überwachungsprozess nötig, teilte das Gericht mit. Deswegen dürften die Egel auch ohne Einfuhrerlaubnis und Einfuhrzertifikat importiert werden.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschied 2014, dass Blutegel Arzneimittel sind und damit unter das Arzneimittelgesetz (AMG) fallen. Dies gilt auch für Tiere aus ausländischen Wildbeständen, die erst nach Aufbereitung im Inland ihre zweckmäßige Bestimmung als medizinisches Produkt erhalten.

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