Der Deutsche Apothekertag in Zahlen | APOTHEKE ADHOC
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Der Deutsche Apothekertag in Zahlen

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Berlin -

59 Anträge hatten die 302 Delegierten zum Deutschen Apothekertag (DAT) nach München mitgebracht. 32 Anträge wurden angenommen, acht in den Ausschuss verwiesen, 13 abgelehnt, sechs zurückgezogen. Dazu kommen ein Adhoc-Antrag, der in den Ausschuss verwiesen wurde, und ein Dringlicher Antrag zur ABDA-Struktur, der mangels Dringlichkeit nicht zugelassen wurde. Der DAT 2014 im Überblick. 

Honorierung
Der Leitantrag für eine angemessene Anpassung der Entgeltung wurde angenommen – bei keiner Gegenstimme und drei Enthaltungen. Der Vorschlag des Hessischen Apothekerverbands, den prozentualen Zuschlag von 3 auf 6 Prozent zu erhöhen, wurde dagegen abgelehnt. Die Idee des Berliner Apothekervereins, eine Gebühr bei Nichtverfügbarkeit von Rabattarzneimitteln zu erheben, wurde in den Ausschuss verwiesen.

Retaxationen
Einstimmig angenommen wurde der Antrag, den Gesetzgeber aufzufordern, die Zulässigkeit von Nullretaxationen grundsätzlich auszuschließen. Der Vorschlag des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz, eine Entschädigung für ungerechtfertigte Retaxationen zu verlangen, wurde daher in den Ausschuss verwiesen.

Lieferengpässe
Angenommen wurden alle vier Anträge gegen Lieferengpässe. Die Apotheker sprachen sich auch dafür aus, dass sich Rabattverträge künftig zeitlich überschneiden sollen. Ein weiterer Antrag, der eine eigene Datenbank zu Lieferengpässen vorsah, wurde in den Ausschuss verwiesen. Einige Delegierten äußerten die Sorge, eine verbindliche Liste führe zu mehr Bürokratie und gebe den Kassen neue Möglichkeiten zu Retaxationen.

Arzneimittelversorgung
Ein Antrag zur Sicherstellung der pharmazeutischen Versorgung auf dem Land wurde abgelehnt, weil einige Apotheker befürchteten, die Politik könne auf die Idee kommen, Apothekenbusse zu fördern.

Der Vorschlag, Hilfsmittel unabhängig von der Präqualifizierung im Notdienst abgeben zu dürfen, wurde abgelehnt. Nordrheins Kammerpräsident Lutz Engelen betonte: „Wir sind nicht die Büttel der Krankenkassen.“

Der Antrag des geschäftsführenden ABDA-Vorstand für ein einheitliches Entlassrezept wurde angenommen. Ein Antrag für Bürokratieabbau in der Arzneimittelversorgung wurde abgelehnt: Einige Delegierte kritisierten, der Antrag sei zu unkonkret, andere befürchteten Honorarkürzungen.

OTC-Medikamente
Der Vorschlag des Apothekerverbands Nordrhein sowie von Kammer und Verband Baden-Württemberg, On-Pack-Promotions zu verbieten, wurde angenommen. Die Forderung nach Festpreisen für OTC-Arzneimittel wurde in den Ausschuss verwiesen.

Angenommen hat die Hauptversammlung dagegen den Vorschlag, dass apothekenpflichtige OTC-Arzneimittel künftig bis zum Alter von 18 Jahren von den Kassen erstattet werden.

Der Antrag von Dr. Kerstin Kemmritz und anderen, die evidenzbasierte Beratung in der Selbstmedikation zu fördern, wurde angenommen. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hatte den Antrag zuvor als „unterstützenswert“ gelobt.

Medikationsmanagement
Der Antrag, eine Fortbildung für Medikationsmanagement zu entwickeln, wurde in den Ausschuss verwiesen. Die Forderung nach einer einheitlichen IT-Infrastruktur für das Medikationsmanagement wurde hingegen angenommen, auch wenn kritisiert wurde, dass man erst ein Curriculum und dann die Technik brauche.

Perspektivpapier
Das Perspektivpapier wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Ausbildung
Die Forderung des Hessischen Apothekerverbands, die Inhalte des Pharmaziestudiums zu ändern und dabei eine Ausweitung der Studienzeit um ein Semester in Betracht zu ziehen, wurde in den Ausschuss verwiesen. Auch der Vorschlag, die Ausbildungsinhalte und Berufsbilder von PTA und PKA grundlegend zu überarbeiten, wurde in den Ausschuss verwiesen – ebenso ein Adhoc-Antrag zur PTA-Ausbildung. Beschlossen wurde ein Antrag, ein elektronisches Newsletter-System für dringende Arzneimittelmeldungen einzuführen.

Versandhandel
Der Antrag der Apothekerkammer Berlin, Verschreibungen zu verbieten, die ohne unmittelbaren persönlichen Patientenkontakt ausgestellt wurden, wurde auch angenommen. Der Antrag der Apothekerkammer Nordrhein, den Gesetzgeber aufzufordern, Maßnahmen gegen die Rechtsvergessenheit bestimmter ausländischer Versandapotheken zu ergreifen, wurde einstimmig angenommen.

Rezepte/Apotheken-EDV
Der Vorschlag, eine Musterdatenbank für Cross-Border-Verschreibungen einzurichten, wurde ebenso abgelehnt wie eine Datenbank für internationale Arztausweise.

Die Apotheker haben sich dafür ausgesprochen, das Arzneiverordnungsblatt 16 um eine Taxierzeile zu ergänzen oder das Bedrucken mit vier Taxierzeilen in kleinerer Schriftgröße zuzulassen. Der Antrag, Apothekensoftware zu zertifizieren, wurde abgelehnt.

Reimporte/Klinikware
Die Forderung, die Importquote zu streichen, wurde ebenfalls angenommen. Beschlossen wurde auch ein Antrag aus Bayern, eine durchgängige Kennzeichnungspflicht von Krankenhausware im Arzneimittelgesetz zu verankern.

ABDA
Der Antrag der Apothekerkammer Nordrhein, den ABDA-Präsidenten künftig durch die Delegierten auf dem Deutschen Apothekertag zu wählen, wurde von den Antragstellern zurückgezogen. Ebenso ein Antrag des Hessischen Apothekerverbands zu Struktur und Haushalt der ABDA.

Ein Antrag, im kommenden Jahr anhand einer von der ABDA zu erstellenden Dokumentation noch einmal über die Mitgliedschaft im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu diskutieren, wurde mit 213 Nein-Stimmen gegen 136 Ja-Stimmen abgelehnt.

Ein spontan formulierter Dringlichkeitsantrag, eine Strukturkommission für die ABDA einzurichten, wurde von den Delegierten nicht zur Beratung zugelassen.

Der Antrag der Thüringer Apothekerkammer, mit einer Datenbank mehr Transparenz beim Umgang mit DAT-Anträgen zu schaffen, wurde mit 177 Nein-Stimmen gegen 140 Ja-Stimmen abgelehnt.

Abgelehnt wurde auch der Antrag aus Thüringen, eine bundesweite Kampagne zur Nachwuchsgewinnung zu starten. Kritisch sahen die Delegierten nicht nur die Kosten, sondern auch die Wirkung: Man müsse zunächst das „Produkt“ verbessern, so die Apotheker mit Blick auf beschränkte Studienplatzzahlen und die Kosten für die PTA-Ausbildung.

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