Starker Anstieg bei Apothekenberufen

Anerkennungsverfahren: 1600 Approbierte, 400 PTA

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Berlin -

Im vergangenen Jahr hat die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse einen neuen Höchststand erreicht: Insgesamt wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) stolze 86.619 Anträge auf Anerkennung positiv beschieden – knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 67 Prozent betraf die Mehrheit der Anerkennungen Gesundheitsberufe. Die mit Abstand am häufigsten anerkannte Berufsgruppe waren demnach Pflegefachpersonen, gefolgt von Ärzten. Doch auch bei den Verfahren von ausländischen Apothekern wurde ein Anstieg verzeichnet.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr demnach 102.900 Verfahren bearbeitet und in über 89.800 Fällen entschieden. Abgelehnt wurden lediglich 4 Prozent. In 45 Prozent der Fälle sei mit einer vollen Anerkennung der beruflichen Qualifikation, in 43 Prozent mit einer „Auflage“ und in 8 Prozent mit einer teilweisen Anerkennung beschieden worden, heißt es vom Bundesfamilienministerium (BMBFSFJ).

75 Prozent der Anträge entfiel auf Gesundheitsberufe

Mit rund 75 Prozent sei die Mehrzahl der Anerkennungsanträge bei den bundesrechtlich geregelten Berufen wie schon in den Vorjahren auf reglementierte Gesundheitsberufe entfallen. Für diese Berufe ist eine Berufszulassung erforderlich. Ein Drittel davon bezog sich demnach auf Pflegefachpersonen, gefolgt von den Ärztinnen und Ärzten mit einem Anstieg um 19 Prozent. Noch deutlicher seien anteilig die Anträge im Berufsfeld Physiotherapie mit 24 Prozent und bei Apothekerinnen und Apothekern mit 42 Prozent angestiegen.

Laut Destatis sind im vergangenen Jahr 1905 Anträge von ausländischen Apothekerinnen und Apothekern im Rahmen der Approbationserteilung eingegangen. Beschieden wurden bislang 1572 bei Apothekern und davon 1563 positiv. Insgesamt drei Anträge betrafen Apothekerinnen und Apotheker bei der Weiterbildung zum/zur Fachapothekeri oder Fachapotheker, die alle positiv beschieden worden sind. 498 Anträge gingen von PTA ein. Davon wurden 402 beschieden und 399 positiv abgeschlossen worden.

Auch bei den nichtreglementierten Berufen gab es ein Plus: 26 Prozent waren es etwa bei Köchinnen und Köchen mit knapp 1300 Anträgen und plus 30 Prozent bei Elektrotechnikerinnen und -technikern für Betriebstechnik mit knapp 1000 Anträgen.

Im landesrechtlichen Bereich Erziehung und Bildung ließen sich insgesamt mehr ausländische Fachkräfte als im Vorjahr ihre Abschlüsse als Erzieherinnen und Erzieher mit rund 3000 Anträgen sowie Lehrkräfte mit rund 3300 Anträgen anerkennen.

„Wir brauchen qualifizierte Fachkräfte“

„Die aktuellen Zahlen zeigen: Immer mehr Menschen wollen ihre Kompetenzen in Deutschland einbringen, und wir schaffen die Voraussetzungen dafür“, erklärt Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). „Wir brauchen qualifizierte Fachkräfte, gerade in der Gesundheit und Pflege, aber auch in technischen Berufen, in Kitas und Schulen.“

Deshalb sei es erfreulich, dass 2025 ein neuer Höchststand bei der Anerkennung in den Heilberufen des Bundes erreicht wurde. „Anerkennung schafft Chancen: Für die Menschen, die ihre Qualifikationen hier einbringen wollen, und für unsere Gesellschaft, die auf ihre Fähigkeiten angewiesen ist. Deutschland ist und bleibt ein attraktiver Standort für qualifizierte Fachkräfte aus aller Welt“, so Prien.

Türkei, Ukraine und Syrien

Mit Blick auf die Herkunftsländer war demnach im vergangenen Jahr die Türkei mit einem Zuwachs von 4 Prozent und 9099 gestellten Anträgen der am stärksten vertretene Ausbildungsstaat, gefolgt von der Ukraine mit 8505 gestellten Anträgen und damit einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz drei folge Syrien mit 5589 gestellten Anträgen und einem Plus von 32 Prozent. Mit 87 Prozent bezog sich der Großteil der Anträge wie auch in den Vorjahren vor allem auf Qualifikationen aus Drittstaaten.

Bewertung ausländischer Hochschulabschlüsse

Gleichzeitig lagen demnach auch die Anträge auf Zeugnisbewertung für ausländische Hochschulabschlüsse durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bei der Kultusministerkonferenz mit rund 118.200 Anträgen auf einem konstant hohen Niveau. Hier sei die Ukraine weiterhin das Land, das mit Abstand die meisten Anträge auf Zeugnisbewertungen verzeichne.

Beschleunigung, Digitalisierung und Bündelung

Zu den positiven Entwicklungen hätten auch umfangreiche Maßnahmen zur Beschleunigung, Digitalisierung und Bündelung zuständiger Stellen beigetragen, auf die sich Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder im Dezember 2025 verständigt haben, erklärt das BMBFSFJ.

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