Rx-Wirkstoffe bei Aktinischer Keratose

Warentest: Was bringen Diclo, Imiquimod & Fluorouracil?

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Berlin -

Die aktinische Keratose ist ein immer weiter zunehmendes Hautproblem. Wird sie rechtzeitig erkannt, können verschiedene wirkstoffhaltige Externa helfen. Stiftung Warentest hat drei verschreibungspflichtige Wirkstoffe unter die Lupe genommen – alle wurden als geeignet bewertet.

In Deutschland werden derzeit rund 1,7 Millionen Menschen mit einer aktinischen Keratose behandelt. Es handelt sich dabei um eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms – sogenannte präkanzerogene Hautläsionen. Expert:innen gehen davon aus, dass die Zahl in Zukunft weiter ansteigen wird.

Die Hauptursache für aktinische Keratosen ist eine chronische UV-Exposition: Der Zusammenhang von kumulativer UV-Dosis und dem Auftreten der Läsionen gilt mittlerweile als belegt. In etwa einem von zehn Fällen bildet sich durch die Vorstufe ein weißer Hautkrebs. Grundsätzlich gilt die Aktinische Keratose als gut behandelbar.

Verschiedene Wirkstoffe können helfen

Zum Einsatz kommen die Wirkstoffe Diclofenac, Imiquimod und Fluorouracil. Sie alle sind verschreibungspflichtig. Als Darreichungsform kommen vor allem Cremes und Gele vor. Fluorouracil ist auch als Lösung in Kombination mit Salicylsäure auf dem Markt. Durch die keratolytischen Eigenschaften eignet sich die Lösung vor allem bei verhornten Hautstellen. Höher dosiert kommt Fluorouracil als Mittel der Wahl bei fortgeschrittener und flächiger aktinischer Keratose zum Einsatz. Oft klagen Betroffene bei der Anwendung jedoch über Reizungen der Haut. Am verträglichsten ist der Wirkstoff Diclofenac – Studien deuten allerdings auf eine geringere Wirksamkeit im Vergleich zu den anderen Wirkstoffen hin. Die Auswahl des geeigneten Mittels sollte daher individuell mit dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin erfolgen.

Stiftung Warentest hat die folgenden Wirkstoffe bewertet:

  • Diclofenac

    • Solaraze (Almirall)
    • Solacutan (Dermapharm)
    • Generika z.B. von Ratiopharm, AbZ oder Acis

Fazit: „Geeignet bei aktinischen Keratosen, um das Hautbild zu verbessern. Diclofenac ist zum Auftragen gut verträglich aber erscheint wirkschwächer als andere Mittel zur äußerlichen Anwendung.“

  • Fluorouracil

    • Efudix (Meda)

Fazit: Geeignet bei aktinischen Keratosen, um das Hautbild zu verbessern.“

  • Imiquimod

    • Aksunim (Basics)
    • Aldara (Meda)

Fazit: Geeignet bei flachen und nicht verhornten aktinischen Keratosen, wenn andere Mittel zum Auftragen oder eine Kältebehandlung nicht infrage kommen. Das Mittel verbessert vor allem im Gesicht oder auf der Kopfhaut das Hautbild.“

  • Fluorouracil + Salicylsäure

    • Actikerall (Almirall)

Fazit: Geeignet bei leicht tastbaren und mäßig verhornten aktinischen Keratosen, um das Hautbild vor allem im Gesicht, auf Stirn und Kopfhaut zu verbessern.“

Photodynamische Therapie als Alternative

Eine weitere Behandlungsoption ist die sogenannte photodynamische Therapie. Dabei wird eine spezielle Creme in der Arztpraxis auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Durch diese wird die Lichtempfindlichkeit gesteigert. Anschließend wird die Haut mit Rotlicht bestrahlt. Dadurch wird reaktiver Sauerstoff freigesetzt, der erkrankte Hautzellen zerstören soll. Bislang wird diese Behandlung jedoch aufgrund der lückenhaften Studiendaten nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Versicherte können sich im Vorfeld bei ihrer Kasse informieren.

Prävention: Früherkennung & Sonnenschutz

Zur Früherkennung der Krebsvorstufe ist die Hautkrebs-Vorsorge wichtig. Ab einem Alter von 35 Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte alle zwei Jahre Anspruch auf eine Ganzkörperuntersuchung. Dabei können Hautveränderungen entdeckt und schnellstmöglich behandelt werden. Manche Kassen zahlen das Hautkrebsscreening auch häufiger. Ein weiterer Baustein ist der richtige Sonnenschutz, sowie das Meiden von Mittagssonne.

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