HIV-Backbone jetzt generisch

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Berlin - Etwa eine Milliarde Euro fallen pro Jahr in Deutschland für die Behandlung von HIV-Patienten an. Spielten Generika für die antiretrovirale Therapie (ART) bislang keine große Rolle, können sie künftig vermehrt zum Einsatz kommen. Für die Fix-Dose-Kombination Abacavir/Lamivudin stehen seit Juni kostengünstigere Generika zur Verfügung. Das Originalpräparat Kivexa (GlaxoSmithKline) ist seit 2005 auf dem Markt.

Ratiopharm brachte im Juni das erste Generikum zu Kivexa auf den Markt. Betapharm folgte im August, Hormosan im Oktober; Hexal und Mylan dura zogen im November nach. Wie das Original enthalten die Generika 600 mg Abacavir und 300 mg Lamivudin und sind als 30 und 90 Filmtabletten erhältlich. Die günstigsten Anbieter sind Hormosan und Ratiopharm: 30 Filmtabletten kosten je 665,40 Euro und die Quartalspackung 1956,80 Euro. Zum Vergleich: Kivexa kostet 782,82 Euro beziehungsweise 2302,10 Euro. Für Ratiopharm liegen bereits Rabattverträge vor.

Die ART ist eine lebensrettende Therapie und verschafft HIV-Infizierten eine annähernd normale Lebenserwartung bei steigender Lebensqualität. Die Wirkstoffe dienen in Kombination als „Backbone“ für die Therapie und werden nach Tenofovir/Emtricitabin am zweithäufigsten eingesetzt. Abacavir/Lamivudin sind nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) und verhindern das Umschreiben der Virus-RNA in DNA.

Backbones bilden die Basis des individuellen Therapieregimes und werden mit weiteren Wirkstoffen kombiniert. Sie können mit einem Proteaseinhibitor (PI) wie Invirase (Saquinavir) oder Prezista (Darunavir) und/oder einem Entry-Inhibitor (EI) wie Celsentri (Maraviroc) als Dreifachbehandlung gegeben werden.
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