Grippemittel

Transparency fordert Tamiflu-Daten

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Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland (TI) fordert Roche auf, umfassende Studiendaten zum Grippemittel Tamiflu (Oseltamivir) zur Verfügung zu stellen. Die aktuellen Ergebnisse der Cochrane Collaboration ließen an dem Nutzen von des Präparats im Pandemiefall schwere Zweifel aufkommen, kritisiert die Organisation. Die Forschergruppe habe allerdings nur rund 60 Prozent der Unterlagen erhalten.

„Zur unabhängigen und nicht verzerrten Beurteilung der Wirksamkeit eines Medikamentes für die Zulassung ist die vollständige Offenlegung aller Studienunterlagen notwendig“, sagte Dr. Wolfgang Wordag, Sprecher der AG Gesundheit von TI. Durch die Geheimhaltung werde der fatale Eindruck bestärkt, dass wissenschaftliche Forschung und Zulassung nicht aufgrund der Evidenz, sondern von wirtschaftlichen Interessen gesteuert werden, so der ehemailge SPD-Bundestagsabgeordnete.

Die Organisation fordert, dass die in diesem Jahr anstehende Zulassungsverlängerung für Tamiflu nur bei vollständiger Datentransparenz erfolgt. Zudem solle der vorsorgliche Ankauf und die Lagerung der Präparate durch Regierungen und Behörden bis zur Offenlegung der Studien und der Neubewertung der Wirksamkeit eingestellt werden.

TI kritisiert zudem, dass weder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch die zuständigen Behörden bislang die Interessenkonflikte bei dem „Fehlalarm der sogenannten Schweinegrippe-Pandemie“ aufgearbeitet hätten.

 

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