Tierarzneimittel

Droncit: Rx-Switch kostet Millionenumsatz

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Berlin -

Droncit (Praziquantel) soll es künftig nicht mehr ohne Rezept geben. So empfiehlt es der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht. Folgt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) dem Votum der Experten, verlieren die Apotheken mit dem Bayer-Produkt einen wichtigen Umsatzbringer.

Auf rund 5 Millionen Euro summierten sich laut Nielsen die Abverkäufe von Droncit im vergangenen Jahr, das entspricht einem Absatz von mehr als 405.000 Packungen. Mehr als die Hälfte des Umsatzes und sogar zwei Drittel des Absatzes entfallen auf die Packungen à zwei Tabletten, jeweils ein Drittel auf die Spot-on-Lösung. Von untergeordneter Bedeutung sind die Großpackung mit 20 Tabletten und das Gel für Pferde.

Insgesamt liegt das Wurmmittel hinter dem Platzhirsch Frontline, aber vor Advantage: Das Flohmittel der Sanofi-Tochter Merial bringt es auf 30 Millionen Euro, das Pendant von Bayer auf 1,7 Millionen Euro. Beim Vergleich mit anderen OTC-Marken aus der Apotheke steht Droncit in einer Linie mit prominenten Produkten wie BoxaGrippal, Infludoron und Canephron.

Praziquantel ist verschreibungspflichtig und nur für den Einsatz bei Hunden, Katzen und Zierfischen von der Rezeptpflicht befreit. Während der Klassiker für die Vierbeiner in der Apotheke verkauft wird, können Aquarienbesitzer den Wirkstoff in Großgebinden mit bis zu 500 ml erwerben.

Die Empfehlung des Sachverständigenausschusses hat vor allem ordnungspolitische Gründe: Da im Arzneimittelgesetz (AMG) für bestimmte Veterinärarzneimittel keine Apothekenpflicht vorgesehen ist, hat eine Entlassung aus der Rezeptpflicht den freien Verkauf im Fachhandel zur Folge. Immer wieder gibt es Anträge, auch den Einsatz bei anderen Tierarten freizugeben.

Die Chancen für Droncit als verschreibungspflichtiges Arzneimittel stehen eher schlecht: Tierärzte verschreiben Produkte mit breiterem Wirkspektrum beziehungsweise geben sie selbst ab. Bayer hatte dem Vernehmen nach noch für Herbst eine größere Kampagne für Droncit geplant.

Mit Antiparasitika werden nach Angaben des Herstellerverbands BF Tiergesundheit knapp 140 Millionen Euro umgesetzt, das entspricht 18 Prozent des gesamten Tierarzneimittelmarktes. Der größte Teil entfällt auf Mittel gegen Flöhe, die zum großen Teil über die Apotheken verkauft werden.

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