Forschungskosten

Studie: So lukrativ sind Krebsmedikamente Deniz Cicek-Görkem, 20.09.2017 11:24 Uhr

Berlin - Die Preise für Krebsmedikamente sind in den vergangenen Jahren gestiegen und belasten die Budgets der Krankenkassen. Für Spargesetze hat die Industrie kein Verständnis: Die hohen Preise seien angesichts der Forschungskosten legitim. US-Wissenschaftler decken in einer kleinen Studie auf, wieviel die Hersteller tatsächlich in die Entwicklung investieren – und was für sie am Ende herausspringt.

Im Auftrag der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC analysierten Wissenschaftler die Kosten von zehn Krebsmedikamenten, die zwischen 2006 und 2015 in den USA zugelassen wurden. Fünf Arzneimittel erhielten eine Zulassung im beschleunigten Verfahren, die anderen fünf Produkte wurden regulär zugelassen. Zum Zeitpunkt der Zulassung hatten die zehn Hersteller kein anderes Präparat auf dem Markt.

Der Onkologe Dr. Vinay Prasad der medizinischen Hochschule Oregon (OHSU) hat in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Dr. Sham Mailankody am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in Manhattan die bei der SEC hinterlegten Geschäftsberichte der Firmen evaluiert. Diese geben einen Überblick über die finanzielle Situation der Hersteller und beinhalten auch Stellungnahmen. Zudem ist daraus die Anzahl der durchgeführten klinischen Studien zu entnehmen.

Die untersuchten Arzneistoffe sind Ponatinib, Ibrutinib, Enzalutamid, Brentuximab, Cabozantinib, Irinotecan Liposom, Vincristin Liposom, Ruxolitinib, Pralatrexat sowie Eculizumab. Außer Enzalutamid sind alle Substanzen als Orphan Drugs eingestuft. Im Schnitt dauerte die Entwicklung dieser Krebsmittel laut Studie 7,3 Jahre; insgesamt fielen Kosten von umgerechnet 7,6 Milliarden Euro an.

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