Anpassung der Empfehlungen

Stiko empfiehlt AstraZeneca auch bei Älteren

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Berlin -

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca wurde von der Ständigen Impfkommission (Stiko) bislang aufgrund unzureichender Daten nur für Menschen bis 64 Jahre empfohlen. Nun liegen neue Daten vor – die Vakzine soll damit auch für Ältere empfohlen werden.

Ende Januar hatte die Stiko ihre Empfehlung zur AstraZeneca-Vakzine bekanntgegeben: Der Impfstoff wurde damals nur mit Einschränkungen empfohlen. Menschen ab einem Alter von 65 Jahren sollen die Vakzine der Stiko-Empfehlung zufolge nicht erhalten. Grund für die Entscheidung war die dünne Datenlage in der höheren Altersgruppe. „Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren liegen aktuell keine ausreichenden Daten vor. Abgesehen von dieser Einschränkung wird dieser Impfstoff ebenfalls als gleichermaßen geeignet angesehen“, erläuterte die Stiko ihre Entscheidung.

Nun könnte die Empfehlung von der Stiko angepasst werden: Auch Menschen ab 65 sollen die Vakzine von AstraZeneca erhalten, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet. Die entsprechende Stellungnahme sei Mittwoch fertiggestellt worden, die Abstimmungsfrist innerhalb der Stiko laufe bis heute Mittag. Danach sollen Fachgesellschaften und Bundesländer informiert werden.

„Es wird damit gerechnet, dass nach Abgabe der so genannten vertraulichen Stellungnahme die Empfehlung allgemein angenommen wird.“ Unmittelbar danach dürfte dann die Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums angepasst werden. „Die Verimpfung von Astra-Zeneca an Ältere könnte dann in der kommenden Woche beginnen“, resümiert die FAZ. Die Impfungen könnten damit in Zukunft insgesamt schneller laufen, da die AstraZeneca-Vakzne nicht nur an jüngere Menschen verimpft werden kann.

Denn derzeit werden große Mengen des Herstellers nicht verbraucht: Mit der erwarteten Lieferung von mehr als einer Million Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs könnte sich der Impfstau in den Bundesländern bis Ende der Woche nochmals vergrößern. Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Vakzins geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Bis einschließlich Sonntag haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts aber nur rund 455.000 Menschen eine Impfung mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers erhalten.

Grund für die Anpassung der Empfehlung sind neue vorliegende Daten in der höheren Altersgruppe: Unter anderem war kürzlich eine Untersuchung aus England veröffentlicht worden, die der Vakzine von AstraZeneca eine ähnlich gute Wirkung bei Senioren zuschrieb, wie die des Herstellers Biontech. Weitere Daten folgten am Mittwoch aus Belgien.

Die Stiko empfiehlt außerdem die Intervalle der AstraZeneca-Vakzine so weit wie möglich auszunutzen – also nach der ersten Impfdosis bis zu zwölf Wochen auf die Verabreichung der zweiten Impfdosis zu warten. Auf diese Weise könnten möglichst schnell möglichst viele Menschen geschützt werden.

 

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