Roche: Neues Antibiotikum innerhalb von fünf Jahren

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Berlin - Der Schweizer Pharmakonzern Roche will sich weiter bei der Entwicklung von Antibiotika gegen multiresistente Keime engagieren. „Das Ziel ist, bis in fünf Jahren ein erstes wirksames Antibiotikum zu haben“, sagte Firmenchef Severin Schwan „NZZ am Sonntag“.

Das Ausfallrisiko betrage bei Mitteln zur Behandlung von Infektionskrankheiten jedoch um die 90 Prozent. Deshalb sei das Unternehmen mit Versprechungen vorsichtig, schränkte Schwan ein. Resistente Keime seien ein wichtiges gesellschaftliches Problem. Roche müsse mithelfen, es zu lösen. „Bleibt die Pharmaindustrie hier untätig, wird das ihrem Ansehen in der Öffentlichkeit schaden.“

Roche ist Teil einer Initiative von Pharmafirmen und Stiftungen, die das Ziel hat, bis 2030 mehrere neue Antibiotika bereitzustellen. Das geschieht vor dem Hintergrund, dass immer mehr Bakterien gegen heutige Antibiotika resistent sind.

Die Entwicklung zahle sich bei den heutigen Preisen nicht mehr aus, beklagte Schwan. Er schlug vor, die Marktzulassung für Mittel gegen multiresistente Keime ähnlich zu regeln wie die für Medikamente gegen seltene Krankheiten. Dort habe die Politik Hürden abgebaut, Preiserhöhungen toleriert und Hersteller für eine gewisse Zeit vor Konkurrenz geschützt. „Plötzlich war das Gebiet wieder interessant.“

Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) macht seit Jahren auf die stark sinkende Zahl von Neuzulassungen innerhalb der Arzneistoffgruppe der Antibiotika aufmerksam. Die Krux liegt laut Verband zwischen unrentablen Bedingungen, aufwendiger Zulassung und einem geringen Marktabsatz. Eine Anpassung an die Bedingungen und Regelungen der Orphan-Drugs könnte die Forschung für die Pharmaunternehmen attraktiver machen.

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