Berlin -

Der Opioid-Antagonist Naloxon wirkt kompetitiv am Opioid-Rezeptor und kann Drogenabhängige im Falle einer Überdosierung vor dem Tod bewahren. Noch ist kein hochdosiertes nasales Präparat auf dem deutschen Markt verfügbar. Das soll sich nun im Rahmen eines bundesweiten Modellprojektes ändern.

Naloxon kann als kompetitiver Antagonist am Opioid-Rezeptor Leben retten. Menschen, die aufgrund einer Überdosis bewusstlos werden, versterben häufig an Atemstillstand. Die zu hohe Dosis führt zunächst zu einer Abflachung der Atmung, dann zum kompletten Stillstand.

Betroffene, die von einem Arzt oder einer Ärztin aufgefunden oder in der Notaufnahme behandelt werden, können Naloxon intravenös erhalten. Die Wirkung setzt binnen Sekunden bis Minuten ein. Eine Dosissteigerung kann nach wenigen Minuten erfolgen. Da die meisten Drogenabhängigen jedoch nicht von einem Mediziner/einer Medizinerin aufgefunden werden, soll nasal anzuwendendes Naloxon zum Einsatz kommen.

Nyxoid (Mundipharma) enthält 1,8 mg Naloxon. Es ist ähnlich den nasal anzuwendenden Triptanen als Einzeldosisapplikation verfügbar. Es gibt nur eine Packungsgröße mit zwei Stück. Das Arzneimittel ist zur sofortigen Applikation im Rahmen einer Notfalltherapie bei Verdacht auf Opioid-Vergiftung bei Kindern ab 14 Jahren zugelassen.

In der Fachinformation ist festgehalten, dass das Spray sowohl im medizinischen als auch im nicht-medizinischem Umfeld angewendet werden darf. In den USA steht auch hochdosiertes Naloxon mit 4 mg je Einzeldosis zur Verfügung.

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