Niederlande

Marburg-Virus fordert Todesopfer

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Wenige Wochen nach einem Afrika-Urlaub ist eine 40-jährige Niederländerin an dem seltenen Marburg-Virus gestorben. Wie das Reichsinstitut für Gesundheit am Freitag mitteilte, erlag die Patientin in der Nacht zuvor der Infektion, gegen die es kein Heilmittel gibt. Erst am Donnerstag war der gefährliche Erreger beim Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin identifiziert worden. Es ist das erste Mal, dass ein Mensch das 1967 entdeckte Marburg-Virus von Afrika nach Europa einschleppte.

Die Viren gehören laut WHO zu den ansteckendsten Krankheitserregern. Die Krankheit beginnt abrupt mit schlimmen Kopfschmerzen und großem Unwohlsein. Zwischen dem 5. und 7. Tag kommt es oft zu schweren Blutungen aus allen Körperöffnungen sowie in den inneren Organen. Hohes Fieber, Organversagen und Herz-Kreislauf-Beschwerden sind weitere Folgen. Bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben. Ein Medikament gegen die Infektion gibt es nicht. Wahrscheinlich sind Afrikanische Flughunde das lange gesuchte Wirtstier für das Virus. Die Frau soll sich bei der Besichtigung einer Höhle angesteckt haben.

Der Leiter der Virologie des Hamburger Tropeninstituts, Dr. Stephan Günther, sagte, die Patientin sei zur Zeit ihres Rückflugs noch nicht erkrankt. Es gebe keine Hinweise, dass Patienten vor dem Ausbruch der Krankheit ansteckend seien. In der Uniklinik Leiden wurde sie seit ihrer Aufnahme streng isoliert. Eine Ansteckung ist nach Angaben der Ärzte nur durch Kontakt mit Körperflüssigkeit der Erkrankten möglich.

Das Marburg-Virus war 1967 in der gleichnamigen Stadt entdeckt worden, nachdem sich mehrere Mitarbeiter eines Labors an Versuchsaffen aus Uganda infiziert hatten. Das nun aus der Niederländerin isolierte Virus habe eine sehr ähnliche Erbgutsequenz wie die damals in Marburg entdeckten Erreger, sagte Günther.

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