Noch sind die geplanten Verbote im Bereich von Cannabis nicht vom Tisch; die Streichung von Blüten aus der Erstattung soll in der kommenden Woche mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) im Kabinett beschlossen werden. Die Plattform Weed findet, dass man am ehesten bei der Apothekenmarge sparen könnte.
Die Preise für medizinische Cannabisblüten auf der eigenen Plattform sind demnach in den vergangenen zehn Monaten, also seit Juli 2025, um fast 28 Prozent von durchschnittlich knapp 7 Euro je Gramm auf ungefähr 5 Euro je Gramm gefallen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Transaktionsdaten hervor. Der Befund liefert laut Weed ein Argument gegen die Streichung aus der Erstattung.
Konkret zeigten die Daten, dass Cannabisblüten auf dem Privatmarkt heute mit 4,99 Euro pro Gramm bei rund einem Viertel der Preise von 2018/2019 liegen. Bemerkenswert sei die Diskrepanz zur Erstattungsseite: Apotheken erhielten je nach Verordnungsmenge zwischen 13 und 19 Euro pro Gramm – strukturell bedingt durch gesetzliche Preisregeln nach Hilfstaxe Anlage 10.
Dabei werde Cannabis aus deutschem Anbau laut Schiedsspruch zwischen GKV-Spitzenverband und Deutschem Apothekerverband (DAV) für nur 4,30 Euro pro Gramm an die Apotheken abgegeben. „Eine Aktualisierung der seit 2020 unveränderten Erstattungsregel an die heutigen Einkaufspreise würde die GKV-Ausgaben in diesem Segment um über die Hälfte senken, ohne einen einzigen Patienten von seiner Therapie auszuschließen“, so Weed.
Hinzu komme ein Aspekt, der in der politischen Debatte bislang wenig Beachtung finde: Internationale Studien deuteten darauf hin, dass medizinisches Cannabis den Verbrauch anderer und häufig teurerer Medikamente reduzieren und krankheitsbedingte Arbeitsausfälle verringern könne. Forscher der University of Georgia dokumentierten im „JAMA Health Forum“ eine signifikante Reduktion von Opioid-Verschreibungen bei Krebspatienten nach der Eröffnung von Cannabis-Apotheken; eine andere prospektive Studie zeigte einen Rückgang des Opioidverbrauchs bei Cannabis-Patientinnen und -Patienten um 78 Prozent innerhalb von sechs Monaten.
Mögliche Einsparungen der GKV durch die Erstattung von Blüten – etwa bei Schmerzmitteln, Hospitalisierungen, Arbeitsunfähigkeit und Pflegeleistungen – würden in der aktuellen Sparrechnung der Bundesregierung bislang aber überhaupt nicht berücksichtigt.
„Unsere Plattformdaten der vergangenen rund zehn Monate zeigen, was der Markt leistet: Cannabisblüten werden günstiger, nicht teurer. Vieles spricht dafür, dass sie der GKV an anderer Stelle Kosten ersparen, die heute niemand zusammenrechnet. Wenn die Bundesregierung jetzt die Erstattung streicht, bestraft sie eine ohnehin vulnerable Patientengruppe auf Grundlage eines Narrativs, welches ökonomisch immer schwerer zu halten ist. Statt einer Streichung brauchen wir eine Erstattungsobergrenze, die der Realität gerecht wird. Das spart der GKV wirklich Geld, ohne Patientinnen und Patienten zu belasten, so Richard Cowan“, Co-Founder und CEO von Weed.
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