HIV-1-Infektionen

HIV-Antikörper erhält Zulassungsempfehlung APOTHEKE ADHOC, 02.08.2019 11:39 Uhr

Berlin - Antikörper gegen HIV: Ibalizumab könnte bald in Europa zur Behandlung von therapieresistenten HIV-1-Infektionen eine Zulassung erhalten. Die erste Hürde hat Trogarzo (Theratechnologies International Limited) bereits genommen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat ein positives Votum abgegeben. Die Entscheidung liegt jedoch bei der EU-Kommission.

Trogarzo ist Hoffnungsträger für die Behandlung von Patienten mit einer multi-drug-resistenten HIV-1-Infektion. Die Betroffenen können bislang nur schwer behandelt werden. Der monoklonale Antikörper blockiert den CD4-Rezeptor – ein Glykoprotein, das auf der Oberfläche von Zellen des Immunssystems lokalisiert ist – und verhindert so den Viruseintritt in die Zellen. Außerdem verhindert der Entry-Inhibitor die Bindung des HIV-1-Glykoroteins gp120 mit den Corezeptoren CCR5 und CXCR4. Die Bindung von CD4 und gp120 wird von Ibalizumab jedoch nicht gehemmt. Aufgrund des neuen Wirkmechanismus besteht nur ein geringes Risiko für Kreuzresistenzen mit derzeit verfügbaren Wirkstoffen.

Die Zulassungsempfehlung wurde als Add-on in Kombination mit einer antiretroviralen Therapie (ART) für multiresistente, therapieerfahrene erwachsene HIV-1-Patienten, die mit den derzeit verfügbaren Arzneimitteln nicht ausreichend behandelt werden können und es nicht möglich ist, ein ausreichendes supprimierendes antivirales Therapieschema zu erstellen. Der monoklonale Antikörper ist somit nicht zur Erstlinientherapie geeignet.

Das Arzneimittel wird als Infusionslösung zu 200 mg auf den Markt kommen, eine Zulassung vorausgesetzt. Trogarzo wird im Abstand von zwei Wochen über 15 bis 30 Minuten intravenös verabreicht. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehörten Durchfall, Schwindel, Übelkeit und Hautausschlag.

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