Omikron noch vorherrschend

Grippe: Regional steigen die Infektionszahlen

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Berlin -

Im vergangenen Winter ist die Grippewelle ausgeblieben. Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen haben die gesamte Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen – ausgenommen Corona – gering gehalten. Für diesen Winter zeichnet sich ein anderes Bild ab. In den kommenden Wochen könnte es zum Beginn der Grippewelle kommen.

Im wöchentlichen Bericht des Robert Koch-Institutes (RKI) wird ersichtlich, dass die Influenza-Aktivität in einigen Regionen Deutschlands hoch ist und im Vergleich zur Vorwoche etwas gestiegen. Normalerweise beginnt die Grippewelle nach dem Jahreswechsel. Dabei kann der Höhepunkt häufig auf Ende Februar, Anfang März datiert werden. Im vergangenen Jahr ist die Grippewelle ausgeblieben – die gesamte Saison über blieben die Infektionszahlen so gering, dass das RKI nach den definierten Kriterien eine ausbleibende Grippewelle bestätigen konnte.

In diesem Januar zeigt sich ein anderes Bild. Ohne große Kontaktbeschränkungen kommt es zu mehr Atemwegsinfektionen – unabhängig von Corona – als im vergangenen Jahr. In über 70 Prozent aller eingeschickten Sentinelproben konnten respiratorische Viren labordiagnostisch bestätigt werden. Neben Sars-CoV-2 und den Influenzaviren Influenza A(H3N2) und Parainfluenzaviren konnten vor allem Rhinoviren, humane Metapneumoviren, andere humane saisonale Coronaviren des Typs OC43, 229E und NL63 sowie RS-Viren detektiert werden.

Laut RKI ist festzuhalten, dass die Aktivität der respiratorischen Atemwegserkrankungen in der KW 4 weiterhin primär durch die Omikron-Welle bestimmt wird. Die Zahl der Neuinfektionen ist teilweise so hoch, dass Gesundheitsämter die Nachverfolgung aufgeben. Die bundesweite Inzidenz liegt am 7. Februar bei 1426, wobei einzelne Landkreise wie Fürstenfeldbruck mit 4083, Berlin-Charlottenburg mit 3593 oder der Hochsauerlandkreis mit 2637 die bundesweite Inzidenz weit überschreiten.

Zahlen wie vor der Pandemie

In der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen berichtet das RKI von einem weiteren Anstieg der akuten Atemwegserkrankungen im Vergleich zur Vorwoche. Auch die Häufigkeit der Arztkonsultationen aufgrund von Husten, Schnupfen & Co. scheint sich der Zeit vor der Pandemie anzunähern. So schreibt das RKI: „Die Werte der ARE-Konsultationsinzidenz liegen aktuell deutlich höher als im letzten Jahr und seit dem Jahreswechsel 2021/22 im Bereich der Jahre vor der Pandemie.“ Es wurden vereinzelte Influenza-Ausbrüche gemeldet – darunter auch welche in Krankenhäusern.

Übrigens: Die ungewöhnlich hohe Zirkulation von RS-Viren gilt als überwunden. Das humane Respiratorische Synzytial-Virus sorgte Ende Oktober bis zum Jahreswechsel für zahlreiche Schniefnasen und Halsschmerzen bei Kita-Kindern. RS-Viren lösen Atemwegserkrankungen aus, die in den meisten Fällen einer gängigen Erkältung gleichen. Eine spezifische Therapie bei einer RS-Virusinfektion gibt es nicht. Ansteckungsfähig sind Kinder rund drei bis acht Tage.

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