Erkältungsmittel: Das sagt der Kinderarzt

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Im vergangenen Juni hatte Rose den Artikel „Ganzheitliche Therapieoptionen bei akuten Atemwegsinfekten“ in der Fachzeitschrift „Der Pneumologe“ publiziert. Die Übersichtsarbeit ging auf die Erkältungsbeschwerden von Kindern, aber auch Erwachsenen ein. Insgesamt wurden 20 Therapiemöglichkeiten auf wissenschaftliche Plausibilität überprüft; Grundlage bildeten vor allem die Ergebnisse von Cochrane-Reviews. Das Ergebnis: Nur für sechs Optionen konnten positive Effekte belegt werden. Rose räumte jedoch ein, dass eine evidenzbasierte Überprüfung von Erkältungsmitteln methodisch aufwendig sei. Dies liege vor allem an der Komplexität der relevanten klinischen Parameter.

In der Arbeit wurde folgenden Therapieoptionen ein Effekt zugesprochen: Zink-Präparaten, Antiphlogistika, Kombinationen aus Antihistaminika und Dekongestiva, intranasales Ipratropium, Probiotika und Honig. Der Evidenzgrad variiert jedoch. Diese Empfehlungen stehen im Gegensatz zur Meinung von Experten wie Professor Dr. Gerd Glaeske, der bei Erkältungen lediglich ein abschwellendes Nasenspray, ein Schmerzmittel und ein Halsschmerzmittel empfiehlt. Kombinationspräparate werden generell kontrovers diskutiert, die Datenlage zu ganzheitlichen Verfahren ist schwierig.

Dass ein Antihistaminikum bei einer Erkältung helfe, hält Rose für unwahrscheinlich. Er räumt ein, dass ein Antihistaminikum eher für allergieassoziierte Rhinitiden geeignet sei, beispielsweise bei einer sogenannten „Sommergrippe“. Trotzdem favorisierten die untersuchten Cochrane-Reviews eine Kombination von Dekongestiva mit Antihistaminika (Rhinopront, ReactineDuo) gegenüber einer derjenigen mit Antiphlogistika (BoxaGrippal, Aspirin complex), so Rose. Letztere führten häufiger zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen.

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