Cichutek: Janssen sicherer als AstraZeneca

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Berlin - Der Präsident des Paul-Ehrlich-Insituts (PEI), Professor Dr. Klaus Cichutek, hat die Freigabe des Impfstoffs von AstraZeneca für Menschen unter 60 Jahren verteidigt. Gleichzeitig erklärte er, dass es bei der Vakzine von Janssen wahrscheinlich weniger schwerwiegende Nebenwirkungen und daher voraussichtlich keine Altersgrenze oder Anwendungsbeschränkung gebe.

Cichutek sagte, die Freigabe für Menschen unter 60 Jahren, für die der Impfstoff eigentlich nicht empfohlen wird, sei eine „sehr vernünftige Maßnahme“. Dadurch würden die Menschen auf freiwilliger Basis in die Lage versetzt, den Impfstoff zu bekommen. Die persönliche Beurteilung des individuellen Risikos sei möglich, da ja eine Beratung durch den Arzt vorgesehen sei.

Was den Impfstoff von Janssen angehe, so sei vermutlich mit einem noch geringeren Risiko zu rechnen: Während es bei AstraZeneca aus Europa eine Meldung pro 100.000 Impfungen gebe, sei es bei Janssen in den USA acht Fälle bei sieben Millionen Impfungen, also eine Meldung pro eine Million Anwendungen. Aus diesem Grund habe die Ständige Impfkommission (Stiko) gestern vorläufig entschieden, keine Einschränkung für den Impfstoff vorzusehen. Man erwarte noch weitere Daten; voraussichtlich in der kommenden Woche werde es eine endgültige Stellungnahme der Stiko geben. Auch die EMA habe klar kommuniziert, dass der Nutzen das Risiko weit überwiege.

Cichutek berichtete, dass auf europäischer Ebene bereits ein Leitfaden verabschiedet sei, um weiterentwickelte Impfstoffe gegen die Virusvarianten einfacher prüfen zu können. Vor der Zulassung stünden jetzt noch der mRNA-Impfstoff von Curevac, der Totimpfstoff von Novavax sowie der Vektorimpfstoff Sputnik V. Impfstoffe für Kinder und Jugendliche wird es aus seiner Sicht aber erst im kommenden Jahr geben: Bei Biontech/Pfizer etwa sei Ende des Jahres mit Daten zu rechnen.

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