Adipositas – die multifaktorielle chronische Erkrankung

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Berlin -

Ab einem BMI von 30 sprechen Mediziner:innen von Adipositas. Erst im vergangenen Jahr wurde Adipositas auch von Seiten der Politik als eigenständige Krankheit anerkannt.

Im Rahmen der neuen Nationalen Diabetes-Strategie aus dem vergangenen Jahr wurde starkes Übergewicht erstmals als chronische Erkrankung anerkannt. Die Vermeidung und Behandlung von Übergewicht sollen der Prävention des Diabetes Typ 2 dienen. Im Rahmen des Weltkongresses für Gynäkologie und Geburtshilfe informierte Novo Nordisk über das Krankheitsbild der Adipositas und die möglichen Behandlungsmethoden. Starkes Übergewicht verkürzt die Lebenserwartung um bis zu 10 Jahre.

Adipositas ist eine komplexe multifaktorielle Krankheit, sie entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren und ist allein durch eine verringerte Kalorienzufuhr nicht adäquat behandelbar.

Neben den gesundheitlichen Risiken, die durch das stark erhöhte Körpergewicht entstehen, dürfte aber auch die persönliche Belastung nicht außer Acht gelassen werden, so Novo Nordisk. So würden viele Betroffene unter Diskriminierung leiden. Selbst im Gesundheitswesen würden sich eine stigmatisierende Einstellung finden. Dies führe dazu, dass Betroffene gehemmt sind eine ärztlich begleitete Therapie in Anspruch zu nehmen. Auch Selbststigmagisierung ist ein Problem, nicht selten endet diese in einer Depression.

Bereits ein langfristiger Gewichtsverlust von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichtes kann zu einem signifikanten Nutzen für die Gesundheit führen. Blutdruck und Blutzucker können gesenkt, die Gelenke und inneren Organe entlastet werden. Die Umstellung der Lebensgewohnheiten, vor allem mit Blick auf die Ernährung und den Aktivitätsgrad, gehören zur Basistherapie dazu. Diese erfordert jedoch sehr viel Disziplin und ist überdies bei vielen Betroffenen nicht ausreichend. Das Gewicht sinkt nicht, der Frust steigt und der/die Betroffene vernachlässigt die neu erlernten Verhaltensweisen.

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