Inhaber kämpft gegen Polizeigewalt

Wegen Kundenparkplätzen: Polizei schlägt Apotheker zusammen

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„Das dürften aus meiner Wahrnehmung heraus 15 bis 20 Personen bezeugen können, die sich im Zuge dieser letztendlich bestimmt fünf-, sechsminütigen Attacke auf Herrn Dr. Oglou das anschauten und zurecht empört waren. Denn das war ein ganz klarer Ausdruck von Polizeigewalt, von einer völlig unverhältnismäßigen Anwendung von körperlicher Gewalt in einem Sachverhalt, der keinerlei Anlass zur Provokation oder von irgendwelchen Beleidigungen hatte“, heißt es in der vorliegenden Zeugenaussage. „Ganz im Gegenteil, Herr Dr. Oglou hatte eigentlich immer dafür sich engagiert in dieser Situation, sie zu beruhigen, und hatte, außer der Erwähnung, dass er hier der Apotheker sei, nicht im Weiteren seinen Vorteil gesucht, sondern ist im Gegenteil dank seiner körperlichen Statur nicht zu Boden gebracht worden.“

Osman-Oglou selbst geht sogar von mehr als 20 Zeugen aus. „Stand jetzt haben bereits sieben Zeugen ausgesagt und unterschrieben, dass die Darstellung der beiden Beamten nicht stimmt“, sagt er. Hinzu komme, dass zwei Personen die Vorfälle auf Video festgehalten hätten, es also auch direkte Beweise gebe. Der 35-Jährige weiß, dass er sich auf einen langen Kampf einlässt, ihm gehe es aber nicht um die Verletzungen, die zerrissene Kleidung oder die zerkratzte Brille, sondern um viel mehr. „Es geht mir nicht ums Geld, das brauche ich nicht. Es geht mir darum, dass diese Menschen sich entschuldigen, suspendiert werden und man sich Gedanken macht, wie so etwas in Zukunft vermieden werden kann. Solche Leute haben im Dienst nichts verloren!“

Dennoch, dass es ihm auch um seine eigene Situation geht, leugnet er nicht. Er habe schwer am Geschehenen zu tragen, derartige Übergriffe sind oft traumatisch, nicht zuletzt wegen des Gefühls der Hilfslosigkeit, ausgerechnet von denen Gewalt zu erfahren, die vor ihr schützen sollen. „Das belastet mich psychisch sehr, obwohl ich als junger Unternehmer ein sehr geordnetes Leben führe.“ Außerdem befürchte er betriebswirtschaftliche Nachteile. „Ich habe 2015 in meiner Heimatstadt diese Apotheke aufgebaut, jeder kennt mich hier. Sowas geht nicht so einfach wieder weg.“

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