Arzneimittelkriminalität

Rezeptfälscher im Copyshop APOTHEKE ADHOC, 23.02.2018 07:56 Uhr

Berlin - Vor dem Berliner Landgericht muss sich erneut eine mutmaßliche Bande von Rezeptfälschern verantworten. Vier Männern wird banden- und gewerbsmäßiger Betrug und Urkundenfälschung in 83 Fällen vorgeworfen. In einem Copyshop sollen sie falsche Rezepte ausgedruckt und sie in dutzenden Apotheken eingelöst haben. Laut Anklage haben sie so einen Schaden von über 8000 Euro verursacht.

Die Brüder Yasin (31) und Olcay A. (38) sowie Dennis E. (26) und Kevin-Marlon M. (30) sollen Mitglieder einer seit Jahren agierenden Bande sein, die auf Rezeptfälschungen spezialisiert ist. Bis auf M. sitzen alle Angeklagten seit vergangenem Dezember in Untersuchungshaft. Yasin A. soll mindestens seit April 2015 in einem Copyshop Rezepte „für ein bestimmtes schmerzstillendes Medikament“ ausgedruckt und mit einer gefälschten Arzt-Unterschrift versehen haben, so die Staatsanwaltschaft. Die Rezepte habe er später einlösen oder weiterverkaufen wollen.

Spätestens im März 2016 hätten sich dann Olcay A. und E. angeschlossen. Die drei sollen vorgehabt haben, sich mit dem Rezeptbetrug „eine dauerhafte Einnahmequelle zu erschließen“. Dazu haben sie sich laut Anklage eine bestimmte Krankenkasse ausgesucht, bei der die fiktiven Versicherten laut gefälschtem Rezept angeblich versichert waren, und seien dabei arbeitsteilig vorgegangen: Yasin A. war für die Herstellung der Rezepte zuständig gewesen, die anderen für die telefonische Vorbestellung der Medikamente, die Einlösung der Rezepte, Fahrdienste und ähnliches.

M. soll sich den dreien erst später abgeschlossen und lediglich Kurierdienste übernommen haben. Außerdem waren wohl weitere gesondert oder nicht weiter verfolgte Personen an den Taten beteiligt. Zu Prozessauftakt wurde lediglich die Anklage verlesen, Einlassungen der Angeklagten gab es nicht. Ob sie sich schuldig bekennen oder auf ihre Unschuld plädieren, müssen die nächsten Prozesstage zeigen. Bis Mitte März sind noch vier weitere angesetzt.

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