Feinstaub

Luftverschmutzung: Lungenärzte alarmiert dpa, 24.09.2018 08:11 Uhr

Berlin - Rauchen ist der größte Risikofaktor für Erkrankungen der Atemwege. Feinstaub und Stickoxide führen allerdings dazu, dass Lungenkranken buchstäblich die Luft wegbleibt. Müssen Autos aus den Innenstädten verbannt werden?

Die gesundheitlichen Risiken der Luftverschmutzung werden aus Sicht von Lungenärzten durch den Klimawandel noch verstärkt. „Die Stadtbevölkerung, die an viel befahrenen Straßen lebt, ist am meisten gefährdet“, sagte der Pneumologe Christian Witt
der Deutschen Presse-Agentur aus Anlass des Deutschen Lungentages am Samstag.

Die Konzentration von Schadstoffen wie Feinstaub und Stickoxiden sei bei großer Hitze und anhaltender Trockenheit erhöht. „Darunter leiden Patienten mit chronischer Bronchitis, Asthma oder COPD“, sagte Witt. Eine Folge seien mehr stationäre Aufnahmen wegen Lungenerkrankungen in Kliniken. Bei COPD, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, bekommt ein Patient im Lauf der Zeit zunehmend Atemprobleme. Zu den Ursachen gehören vor allem Schadstoffe im Zigarettenrauch aber auch genetische Veranlagungen.

Witt forderte eine Wende in der Verkehrspolitik. „Wir benötigen mehr Elektromobilität zum Schutz unserer Patienten“, betonte der Medizinprofessor von der Berliner Charité. Eine besondere Problematik seien Dieselmotoren, deren Stickoxide ganz starke Reizstoffe und Entzündungsstimulatoren für Atemwege seien. „Treffen die Schadstoffe auf eine bereits geschädigte Schleimhaut, wirken sie wie ein Brandbeschleuniger – Entzündungen werden angefeuert“, sagte Witt.

Der 21. Deutsche Lungentag mit Aktionen in zahlreichen Städten steht unter dem Leitthema „Dicke Luft – Gefahr für die Lunge“. In Berlin wurde gemeinsam mit der Akademie der Künste ein Malwettbewerb für Schüler initiiert, die besten Arbeiten werden ausgestellt. Der Lungentag wird von wissenschaftlichen Gesellschaften der Lungenheilkunde und Patientenorganisationen organisiert.

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