Onkologie

Krebs in jungen Jahren: Frauen häufiger betroffen dpa/APOTHEKE ADHOC, 26.05.2020 14:31 Uhr

Berlin - Schwere Krebserkrankungen treffen Frauen in jungen und mittleren Jahren häufiger als Männer. Einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der Schweizer Versicherung Swiss Life zufolge werden Frauen im Alter zwischen 21 und 30 Jahren wegen Krebs mehr als doppelt so häufig berufsunfähig wie gleichaltrige Männer. In der Altersklasse zwischen 31 und 40 Jahren sind es dreimal so viele Frauen. Eine Ursache könnte Brustkrebs sein – an dieser Krebsform erkranken Frauen relativ häufig bereits in jungen Jahren.

Bei Männern steigt der prozentuale Anteil von Krebs als Ursache für Berufsunfähigkeit erst in späteren Jahren deutlich an; bei ihnen gehören Darm-, Lungen- und Prostatakrebs zu den häufigsten Tumorarten. Das mittlere Erkrankungsalter für Prostatakrebs lag 2016 bei 72 Jahren, bei Brustkrebs lag es bei 64 Jahren. Fast drei von zehn betroffenen Frauen sind bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre alt. Das gesetzliche Früherkennungsprogramm bietet Frauen ab 30 Jahren die Möglichkeit einer jährlichen Tastuntersuchung. Zweischen 50 und 69 Jahren werden Frauen im Rahmen des Mammographie­ Screening­Programms alle zwei Jahre zu einer Röntgenuntersuchung eingeladen.

Die Schweizer Versicherung hat untersucht, welche Hauptursachen für Berufsunfähigkeit bei ihren Kunden verantwortlich sind. Bei jungen Frauen bis 30 hat Krebs demnach einen Anteil von 9 Prozent, bei ihren männlichen Altersgenossen dagegen nur von 4 Prozent. Zwischen 31 und 40 Jahren fällt dieser Unterschied noch stärker aus: 5 Prozent bei den Männern stehen 15 Prozent bei den Frauen. Ausgewertet wurden die Daten der vergangenen zehn Jahre.

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) hat ähnliche Erkenntnisse aus den Befragungen seiner Mitgliedsunternehmen: Unabhängig vom Lebensalter war Krebs 2018 bei mehr als einem Fünftel – knapp 22 Prozent – der Frauen die Hauptursache für Berufsunfähigkeit. Bei Männern dagegen waren es 16 Prozent. Krebs liegt bei beiden Geschlechtern an zweiter Stelle hinter psychischen Erkrankungen.

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