Huml: FSME-Impfstatus bei Kindern prüfen | APOTHEKE ADHOC
Zecken

Huml: FSME-Impfstatus bei Kindern prüfen

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Berlin -

In Bayern sind in diesem Jahr bislang zehn Menschen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt. Landesgesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) rät: „Vor allem wer sich oft in der Natur aufhält – etwa beim Wandern oder auch im eigenen Garten – sollte sich impfen lassen.“ Der Süden Deutschlands gilt besonders als Risikogebiet.

Derzeit sei in Bayern nur etwa ein Drittel der Schulanfänger gegen FSME geimpft. „Gerade Kinder zwischen fünf und neun Jahren sind aber besonders häufig betroffen. Daher empfehle ich den Eltern, den Impfschutz ihrer Kinder beim Kinderarzt überprüfen zu lassen." Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte im vergangenen Jahr bundesweit 481 Erkrankungsfälle nach 347 im Jahr 2016 und 220 im Jahr 2015. Einen Trend zu immer mehr Erkrankungen gebe es aber nicht, hieß es vom RKI. „Der Trend ist die Schwankung.”

In den Risikogebieten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Personen, die Kontakt zu Zecken haben könnten. Bis 2010 stiegen die Impfquoten in diesen Gebieten an, nahmen zuletzt aber sogar ab. Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte laut RKI durch eine Steigerung der Impfquoten besonders in Süddeutschland verhindert werden.
Die Ministerin verwies darauf, dass seit der Meldepflicht für FSME-Erkrankungen im Jahr 2001 immer mehr Regionen in Bayern zum FSME-Risikogebiet erklärt wurden. In Bayern zählen jetzt 88 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte zu den FSME-Risikogebieten. Neu hinzugekommen sind laut RKI fünf weitere Landkreise. Von den bislang zehn FSME-Fällen im laufenden Jahr wurden vier aus der Oberpfalz gemeldet. Die anderen sechs Regierungsbezirke betrifft je ein Fall. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren in Bayern insgesamt 14 FSME-Fälle gemeldet worden.

Zecken können auch die Infektionskrankheit Lyme-Borreliose übertragen. Daran sind in Bayern in diesem Jahr bislang 473 Menschen erkrankt. Dagegen gibt es keine Impfung. Die Erkrankung könne aber gut mit Antibiotika therapiert werden. „Je früher dies geschieht, desto besser. Zudem ist es wichtig, Zecken möglichst schnell und mit einem dafür geeigneten Werkzeug zu entfernen“, so Huml. Die Lyme-Borreliose ist erkennbar an der sogenannten Wanderröte, einer ringförmigen Rötung um die Zeckenbissstelle. Im Jahr 2017 wurden dem LGL insgesamt 3.535 Borreliose-Infektionen in Bayern gemeldet. 2016 lag die Zahl bei 4.595 Fällen.

Wer eine Reise in ein FSME-Gebiet plant und nicht so viel Zeit hat, kann eine Schnellimpfung in Erwägung ziehen. Hierbei sind zwei bis drei Impftermine nötig. Ein Impfschutz für ein bis anderthalb Jahre lässt sich damit schon in drei bis fünf Wochen erreichen, erläutert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Lange Kleidung hilft, sich bei einer Wanderung vor Zecken zu schützen. Es gibt Repellents in der Apotheke, die nicht nur vor Stechmücken, sondern auch gegen Zecken helfen sollen. Dieser Schutz ist aber zeitlich begrenzt und muss bei längeren Aufenthalten in der Natur erneuert werden.

Die Zecke sollte sobald wie möglich entfernt werden, um eine FSME-Infektion zu vermeiden. Wichtig ist, möglichst alle Teile des Tieres zu entfernen. Dadurch kann eine Entzündung verhindert werden. Das Spinnentier sollte bestenfalls mit einer Pinzette oder einem speziellen Entfernungswerkzeug nahe der Hautoberfläche an ihren Mundwerkzeugen langsam und gerade herausgezogen werden. Betroffene sollten nicht am vollgesogenen Körper ansetzen, die Zecke nicht drehen sowie nicht mit Öl oder Klebstoff beträufeln. Dadurch könnte das Tier gereizt und veranlasst werden, über den Speichel mögliche Infektionserreger abzugeben. Nach der Entfernung sollte die Wunde desinfiziert werden. Um eine Bildung eines roten Infektionsrings, der ein früher Hinweis auf eine beginnende Borreliose sein kann, besser verfolgen zu können, sollte die Einstichstelle mit einem kleinen Kreis markiert und beobachtet werden. Gibt es eine Veränderung, sollte ein Arzt konsultiert werden.

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