Gleichstellung

Frauen: Mehr Arbeit, weniger Geld dpa, 22.06.2017 12:54 Uhr

Berlin - Nach vier Jahren Schwarz-Rot fällt die Bilanz der Gleichstellung von Frauen mit Männern aus Sicht von Experten und Regierung ernüchternd aus. „Bei der Verteilung von Belastungen und Chancen zwischen den Geschlechtern geht es in unserer Gesellschaft immer noch ungerecht zu“, sagte Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) zum neuen Gleichstellungsbericht. „Frauen arbeiten oft mehr und bekommen dafür weniger.“

So leisten Frauen für Kinder, Haushalt, Pflege und Ehrenamt täglich über 52 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer, heißt es in dem bereits Anfang März vorgestellten Sachverständigen-Gutachten, auf dem der nun vom Bundeskabinett verabschiedete Bericht basiert. Demnach bringen Frauen pro Tag 87 Minuten mehr Zeit für diese unbezahlte Arbeit auf als Männer. Zur Schließung der als „Gender Care Gap“ bezeichneten Lücke fordern die Experten, auch Männern zu ermöglichen, mehr private Sorgearbeit zu leisten.

Barley bedauerte im ZDF-Morgenmagazin: „Frauen verdienen immer noch weniger als Männer, in den Berufen, die sie wählen.“ Diese Lohnlücke (Gender Pay Gap) beim durchschnittlichen Bruttostundenverdienst beträgt in Deutschland 21 Prozent (23 Prozent im Westen inklusive Berlin, 8 Prozent im Osten). Zudem gibt es dem Bericht zufolge eine Rentenlücke (Gender Pension Gap): 2015 erhielten Frauen in Deutschland um 53 Prozent geringere Ruhestandsbezüge als Männer.

Die Bundesregierung stellt einen solchen Bericht einmal pro Legislaturperiode vor. Es geht darum, inwieweit die im Grundgesetz geforderte Gleichstellung der Geschlechter in Bildung und Erwerbsleben durchgesetzt ist. In ihrer Stellungnahme schließt sich die Regierung der Sachverständigen-Analyse nun weitgehend an: „Die statistisch nachweisbaren Unterschiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern sind ein Indiz dafür, dass Gleichstellung im Sinne verwirklichter Lebensplanungen noch nicht erreicht ist.“

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