Österreich

Erst Gewalt, dann Goldbarren: Apotheker-Schläger gesucht

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Berlin -

Die österreichische Polizei sucht nach sechs Männern. Sie sollen gemeinsam mit weiteren Beschuldigten einen 83-jährigen Apotheker und seine Ehefrau in deren Haus in Niederösterreich überfallen, geschlagen und zur Herausgabe von Geld, Goldbarren und Schmuck gezwungen haben.

Die Polizei verdächtigt sechs serbische Staatsbürger. Diese seien nach Zeugenbefragungen und Videosichtungen ausfindig gemacht worden. Öffentlich wird nach dem 29-jährigen Beschuldigten Srdan Dordevic, dem 43-jährigen Beschuldigten Dejan Ristic, dem 44-jährigen Beschuldigten Slobodan Milenkovic und dem 47-jährigen Beschuldigten Vule Radosavljevic mittels europäischen Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Korneuburg gefahndet. Die Gruppe soll zahlreiche internationale Straftaten verübt haben.

Ihnen wird vorgeworfen, am Abend des 23. Januar einen 83-jährigen Apotheker zu Hause gegen 21.20 Uhr unter anderem mit einer Axt geschlagen und bedroht zu haben. Sie fesselten den Apotheker und wurden von dessen Frau überrascht, die wegen der Geräusche ins Zimmer kam. Sie habe Schläge mit der Faust auf den Hinterkopf erhalten und wurde ebenfalls gefesselt. Dazu nutzten die Täter laut Polizei eine Hundeleine, diverse Kleidungsstücke und Stromkabel. Die Räuber forderten das Paar auf, den Tresor zu öffnen. Aufgrund ihrer Nervosität hätten sie aus Sicht der Täter offenbar nicht schnell genug geantwortet, weshalb der Apotheker mit der stumpfen Seite der Axt auf den Kopf geschlagen worden sei. Im Anschluss erhielten die Räuber den Zugang und stahlen Wertgegenstände im Wert von 800.000 Euro.

Knochenbrüche und Angstzustände

Die beiden Opfer wurden laut Polizei „durch die äußerst brutale Vorgehensweise der Täter schwer verletzt und erlitten Knochenbrüche, starke Prellungen sowie Schnittverletzungen an Händen und Füßen“. Nach der Tat litten sie an „schweren Angstzuständen sowie traumatischen Schock“ und befänden sich in psychologischer Betreuung.

Die Männer sind flüchtig und nach ihnen wird gefahndet. Am Landesgericht Korneuburg wird derzeit ein Prozess gegen drei weitere Verdächtige geführt. Sie sind als „Bestimmungs- und Beitragstäter“ angeklagt, sagt ein Gerichtssprecher. Sie sollen geholfen haben, das Fluchtauto zu organisieren und das Haus auszuspähen. Die drei seien in der Tatnacht nicht anwesend gewesen.

Dem Gericht zufolge sollen es die Täter mit ihrer „Home Invasion“ zunächst gar nicht auf das Apothekeranwesen abgezielt haben. Sie hätten zunächst ein anderes Objekt im Auge gehabt, hätten jedoch kurzfristig umplanen müssen. Bei der Tat handele es sich um ein „Verbrechen des schweren Raubes“, so der Sprecher. Das Urteil wird frühestens am 7. Oktober erwartet.

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