Arzneimittelmissbrauch

Millionen Medikamentenabhängige

, Uhr
Berlin -

Die Tablettensucht geht bei den meisten betroffenen Patienten auf Schlaf- und Beruhigungsmittel zurück. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in ihrem Jahrbuch Sucht 2013. Demnach sind mehr als 1,5 Millionen Menschen medikamentenabhängig. 

Benzodiazepine seien am häufigsten beteiligt, wenn es um um Arzneimittelabhängigkeit gehe, so Professor Dr. Gerd Glaeske. „Noch immer muss davon ausgegangen werden, dass rund 1,1 bis 1,2 Millionen Menschen von Benzodiazepin-Derivaten abhängig sind, weitere etwa 300.000 bis 400.000 von anderen Arzneimitteln.“ Besonders ältere Frauen griffen zu stimmungsaufhellenden Präparaten.

Von den 1,5 Milliarden Arzneimittelpackungen, die jährlich abgegeben werden, können verschiedene Präparate süchtig machen. Laut Glaeske haben auch Analgetika oder Antidepressiva wegen der Stimmungsaufhellung, Abführmittel oder Appetitzügler bei Gewichtsabnahme oder Magersucht, Amphetamine wegen der vermeintlichen Leistungssteigerung oder Nasentropfen ein hohes Missbrauchspotenzial.

Die Folgen betreffen das gesamte Organsystem. Am bekanntesten sei Nierenversagen. Schätzungen laufen demnach darauf hinaus, dass bei mehr als 25.000 Dialysepatienten die Krankheit auf den Missbrauch von Medikamenten zurückgeht.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Muskelverlust statt Traumfigur
Abnehmspritze: Testosteronmangel als Risiko
Mehr aus Ressort
Beinahe tödliche Medikamentenvergiftung
MTX heimlich an Tochter verabreicht
Bisher 12.500 hitzebedingte Todesfälle
Kleine Hitzewelle: Wieder 38 Grad erwartet

APOTHEKE ADHOC Debatte