Apothekerin eröffnet Kältekammer | APOTHEKE ADHOC
Relaxen bei minus 85 Grad

Apothekerin eröffnet Kältekammer

, Uhr
Berlin -

Apothekerin Claudia Klaeser-Berens hat ihre Arbeit in der Offizin ergänzt: Am vergangenen Wochenende hat sie in Bad-Neuenahr-Ahrweiler eine Kältekammer eröffnet und bietet damit ein Erlebnis der besonderen Art an, welches bei zahlreichen Beschwerden Linderung bringen soll.

Die Idee kam Klaeser-Berens durch ihre eigene Geschichte: Im vergangenen Jahr hatte die Apothekerin einen Unfall, bei der die Brustwirbelsäule verletzt wurde. „Ich litt danach ständig unter Schmerzen“, erklärt sie. Alle Versuche, die Beschwerden zu lindern brachten keinen Erfolg. Anfang des Jahres wurde sie schließlich auf eine Kältekammer in Köln aufmerksam. „Ich habe es ausprobiert und direkt gespürt, dass es mir gut tut“, meint Klaeser-Berens.

Aus einer Idee wird die Selbstständigkeit

Um von der Linderung zu profitieren fährt die Apothekerin täglich nach Köln und investiert fast zwei Stunden Fahrt, für eine zwei- bis dreiminütige Behandlung. „Ende Mai hatte ich dann einen richtigen Energieschub und dachte: Das machst du jetzt selbst“, erläutert sie. Nach einigen Zweifeln, ob die Selbstständigkeit wirklich das Richtige ist, und einer Berg- und Talfahrt an Gefühlen war es Ende Juni schließlich soweit: Die Maschine war bestellt.

Auch die passenden Räumlichkeiten ließen nicht lange auf sich warten. Auf 120 Quadratmetern bietet Klaeser-Berens nun das Kälte-Erlebnis an. Vor der Verwendung der Kältekammer, in der eine Temperatur von etwa -85°C herrscht, klärt die Apothekerin Beschwerden, gewünschte Ziele und mögliche Kontraindikationen mit den Besucher ab. Spricht nichts gegen den Besuch, kann die Sitzung starten. „Es ist wichtig, möglichst viel nackte Haut zu zeigen“, erklärt die Apothekerin. Am besten sei Badekleidung oder Unterwäsche geeignet. Wem das zu freizügig ist, der kann auch eine Shorts und ein Top tragen.

Außerdem tragen die Besucher Handschuhe, dicke Socken, einen Mundschutz und je nach Belieben eine Mütze. Über die Socken werden spezielle Schuhe gezogen, die bereitgestellt werden. Schmuck muss abgelegt und Piercings abgeklebt werden. Sind die Besucher umgezogen, kann es losgehen. „Wir beginnen erstmal langsam und tasten uns individuell heran“, erklärt Klaeser-Berens. Während der Sitzung besteht durch eine Glastür die ganze Zeit Sichtkontakt. Außerdem kann die Kabine jederzeit verlassen werden, falls es unangenehm wird. „Die meisten bleiben etwa zwei bis drei Minuten in der Kältekammer.“ Das sei auch völlig ausreichend, um den Effekt zu spüren.

Kälte gegen zahlreiche Beschwerden

„Viele wissen gar nicht, was Kälte alles bewirken kann.“ Die Anwendungen bei -85°C sollen Entzündungen reduzieren, Schmerzen lindern, das Immunsystem stärken und den Stoffwechsel ankurbeln. Dadurch soll die Anwendung unter anderem bei chronischen Schmerzen, Autoimmunerkrankungen, Hauterkrankungen oder begleitend zu Ernährungsumstellungen helfen.

Da der Körper während der Sitzung die Kerntemperatur von 37°C halten muss, laufe er auf Hochtouren. „Die Peripherie kühlt schließlich aus“, erklärt die Apothekerin. Vor und nach der Sitzung wird die Oberflächentemperatur der Haut gemessen. Für die anschließende Erwärmung des Körpers wird erneut Energie benötigt. „Dabei entstehen wirklich schöne Gefühle.“ Um die Anwendung auf sich wirken zu lassen, wird sich unmittelbar danach wieder umgezogen und im Entspannungsbereich relaxed. „Außerdem ist es wichtig, dass hinterher viel getrunken wird.“

Für Klaeser-Berens, welche trotz ihrer Selbstständigkeit der Ahrtor-Apotheke in Bad-Neuenahr erhalten bleibt, ist die Kältekammer eine ideale Ergänzung zum Apotheken-Alltag. Ohne jegliches medizinische Verständnis sei das Betreiben einer solchen Kammer schwierig – denn es gibt einiges zu beachten: Schwere Herzerkrankungen, ein Herzschrittmacher, Anfallsleiden oder sehr zehrende Erkrankungen wie Krebs oder HIV gelten zum Beispiel als Kontraindikation.

 

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