Apotheker: Lollytests für Schulöffnungen

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Berlin -

Apotheker Robert Herold hat vier Kinder. Er kennt das Hin und Her nur zu gut, mit dem sich Schüler und Eltern in den vergangenen Monaten beschäftigen müssen. Mit einer Petition will er sich dafür einsetzen, dass im Vogtlandkreis in Sachsen Schulen und Kitas offen bleiben. Er ist mit dem Kultusministerium im Gespräch, an Schulen großflächig Lollytests einzusetzen.

Die Schließung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen bedeutet laut Herold für Kinder und Eltern ein ständiges Auf und Ab im Tages- und Wochenverlauf. „Doch Kinder brauchen Beständigkeit, die wir ihnen auch für den weiteren Lebensweg vermitteln müssen.“ Die derzeitigen Testzentren haben mit Blick auf die umliegenden Kommunen ausreichend Kapazität, den Einrichtungen eine Kontrollmöglichkeit zu geben.

Der Inhaber der Central-Apotheke Falkenstein hält Lollytests für geeignet. Sie seien einfach in der Anwendung bei Kindern. Beim Landrat stellte er seine Idee vor und wurde an das Kultusministerium verwiesen. Ziel der Petition ist es, „unter Einhaltung der Hygienekonzepte der einzelnen Einrichtungen sowie durch die Ausweitung der Schnelltests für Lehrkräfte und Erzieher eine Öffnung der Einrichtungen zu ermöglichen“.

Seit Ende Februar meldeten sich rund 6600 Unterstützer. Die Petition kann damit an den Landkreis und das Land übergeben werden. „Wir sind über unsere Erwartungen hinausgewachsen. Über 6000 Unterschriften zur dauerhaften Schulöffnung im Vogtlandkreis ist ein deutliches Votum. Nun heißt es, die erzielten Stimmen in Gesprächen mit dem Landkreis und dem Land einzusetzen und auf die Sorgen der Eltern und Kinder hinzuweisen.“

Der Apotheker will mit der Petition nicht protestieren. Ihm gehe es darum, Wege zu finden, den Schulbesuch auch in den kommenden Monaten nachhaltig zu sichern. Am Gymnasium seiner Tochter wurden in einem ersten Testlauf drei Tests pro Woche durchgeführt. Von den rund 140 Schülern und Lehrern waren alle negativ. „Das ist eine Momentaufnahme“, ist dem Apotheker klar. Es zeige aber auch schon, dass Schulen und Kitas nicht die größten Infektionstreiber seien.

 

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